Washington verteidigt Angriffe auf Moschee
USA greifen Sunniten-Hochburg an

Die Bemühungen um eine politische Lösung im Irak werden durch die Eskalation der Kämpfe um die Rebellenhochburgen Falludscha und Nadschaf massiv gefährdet. Die USA griffen gestern sunnitische Widerständler in Falludscha an und bombardierten dabei offenbar auch eine Moschee.

HB GENF/BAGDAD. US-Kampfflugzeuge kreisten über der Stadt westlich von Bagdad, drei Explosionen waren zu hören. Der von den USA gesuchte schiitische Geistliche Muktada el Sadr drohte mit Selbstmordanschlägen, falls US-Truppen auch die den Schiiten heilige Stadt Nadschaf angreifen sollten. Diese wird von 2 000 US- Soldaten belagert. Bei der Bombardierung von Stellungen Sadr-treuer Milizen waren am Montag nach US-Angaben mindestens 57 „feindliche Kämpfer“ getötet worden.

US-Präsident George W. Bush richtete eine Warnung an die Rebellen: „Unsere Militärkommandeure werden unternehmen, was auch immer notwendig ist, um die Sicherheit in Falludscha zu gewährleisten“, sagte er gestern in Washington

. Gleichzeitig sprach er aber davon, dass sich die Lage in der Stadt langsam normalisiere.

Der Uno-Beauftragte für den Irak, Lakhdar Brahimi, nannte die Lage in Falludscha bereits während der ersten Welle der US-Luftangriffe in der Nacht zu Mittwoch „extrem Besorgnis erregend“. Dennoch hielt er die Benennung einer Übergangsregierung in Bagdad bis Ende Mai für möglich. „Die Iraker verlangen verzweifelt danach“, sagte Brahimi am Dienstagabend in einer Erklärung vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warf den Aufständischen vor, unter klarer Verletzung der Genfer Konventionen US-Soldaten aus Moscheen heraus anzugreifen. Es gebe nur die Möglichkeit, sie mit Gewalt oder Verhandlungen aus der Stadt zu vertreiben. Auch US- Außenminister Colin Powell verteidigte in Berlin das Vorgehen der USA – ebenso wie der britische Premierminister Tony Blair: „Wenn amerikanische Soldaten beschossen werden, dann müssen sie zurückschießen“, sagte er. In Falludscha tauchten Hunderte von Handzetteln auf, auf denen ein „Kopfgeld“ von 15 Mill. Dollar für den Tod von Rumsfeld ausgesetzt wurde.

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