Washington will Abgaben auf Holzimporte nicht streichen
Kanada und USA streiten über Strafzölle

Zwischen Ottawa und Washington wird der Ton in der Handelspolitik rauer.

gbr OTTAWA. Nachdem ein Schiedsgericht der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta im Streit um US-Strafzölle auf kanadische Holzexporte kürzlich erneut zu Gunsten Kanadas entschieden hat, fordert Ottawa die Rückzahlung von mehr als vier Milliarden US-Dollar und denkt über Vergeltung nach. Die USA wollen sich dagegen dem Nafta-Spruch nicht beugen, weil sie Kanadas Subventionen für die Holzwirtschaft weiterhin für unrechtmäßig halten.

Verärgert sagte Kanada ein Gespräch zur Beilegung des Konflikts ab. Premierminister Paul Martin nennt die US-Position „absolut unhaltbar“. Kanada habe den Rechtsstreit gewonnen, und Nafta-Schiedssprüche sollten befolgt werden, meint Martin, der mit US-Präsident George Bush über den Streit sprechen will. Industrieminister David Emerson und Handelsminister Jim Petersen kündigten an, das Kabinett werde über Vergeltungsmaßnahmen beraten. Bei der Welthandelsorganisation WTO beantragte Kanada bereits, Strafzölle auf US-Güter erheben zu dürfen.

Der Konflikt um das Weichholz für den Bau, das „softwood lumber“, gärt seit Jahrzehnten. Er gewann an Schärfe, als die Internationale US-Handelskommission 2002 kanadische Importe mit Ausgleichszöllen und Anti-Dumping-Abgaben von durchschnittlich 20,15 Prozent des Importwerts belegte. Kanadas Wälder sind im Gegensatz zu denen der USA größten Teils in Staatsbesitz. Die Forstunternehmen zahlen an Bund oder Provinzen Gebühren für den Holzeinschlag. Die US-Holzindustrie sieht in den nach ihrer Ansicht zu niedrigen Gebühren eine Subvention, die es ermögliche, Bauholz zu günstigeren Preisen anzubieten. Kanada spricht von Protektionismus, der die US-Holzwirtschaft vor Konkurrenz schützen soll.

Trotz der Zölle ist wegen des Baumbooms in den USA Kanadas Holzexport in den vergangenen Jahren gestiegen und erreichte 2004 nach offiziellen Angaben 6,9 Milliarden US-Dollar. Seit 2002 mussten die kanadischen Unternehmen dem US-Zoll rund 4,2 Milliarden Dollar an Strafzöllen zahlen, was ihre Gewinnspanne schmälerte und kanadisches Holz in den USA teurer machte. Kanadas Regierung fordert diesen Betrag nach den jüngsten Nafta-Urteilen zurück.

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