Washingtoner Sumpf

Russland-Ermittlungen zeigen Nähe der US-Politik zu Lobbyisten

Die Untersuchungen zur möglichen Einflussnahme Moskaus auf den US-Wahlkampf bringen in Washington nicht nur den Präsidenten in Bedrängnis. Politiker beider Parteien waren offenbar in dubiose Machenschaften verstrickt.
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Der Demokrat war Baracks Obamas Stabschef und Hillary Clintons Wahlkampfmanager. Sein Bruder leitete eine bekannte Lobby-Agentur. Quelle: AP
John Podesta

Der Demokrat war Baracks Obamas Stabschef und Hillary Clintons Wahlkampfmanager. Sein Bruder leitete eine bekannte Lobby-Agentur.

(Foto: AP)

WashingtonDen „Sumpf“ in der Hauptstadt werde er trockenlegen, das hat Donald Trump im Wahlkampf versprochen. Fast könnte man meinen, dass ihm der Sonderermittler Robert Mueller mit seiner Anklage bei diesem Vorhaben den Rücken stärken wollte – stünde der US-Präsident nicht selbst im Fokus der Ermittlungen. Denn die Verwicklungen, die nun nach und nach ans Tageslicht kommen, lassen das politische Machtzentrum tatsächlich wie den reinsten Morast erscheinen.

Auch wenn sie in der Anklageschrift nicht mit Namen genannt werden. In Washington weiß jeder, wer gemeint ist. Zwei PR-Agenturen und eine Anwaltskanzlei müssen mindestens um ihren guten Ruf fürchten. Sie sollen den unter anderem wegen verdeckter Lobbyarbeit angeklagten früheren Trump-Beratern Paul Manafort und Rick Gates geholfen haben, pro-russische Interessen in der Ukraine durchzusetzen. Die drei Firmen sind in der amerikanischen Politik bestens vernetzt – mit Republikanern wie mit Demokraten.

Die Podesta Group, Mercury Public Affairs sowie die Kanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom sind zwar nicht selbst angeklagt. Die neuesten Enthüllungen zeigen aber, dass sie zum Teil stärker in die Russland-Affäre verstrickt sind als bisher bekannt. So sollen sie etwa Geldzahlungen von Manafort und Gates entgegengenommen und in einigen Fällen auch direkt in ihrem Auftrag gehandelt haben.

Der einflussreiche Strippenzieher Tony Podesta hat sich inzwischen aus der von ihm gegründeten Firma zurückgezogen. Seine ehemaligen Kollegen setzen gerade alles daran, die Lobby-Agentur unter anderem Namen neu aufzustellen, um nicht den ganzen Kundenstamm zu verlieren. Pikant ist an der Sache auch, dass der Bruder John Podesta, der ursprünglich ebenfalls eine wichtige Rolle in der Agentur spielte, später Stabschef von Präsident Barack Obama und zuletzt Wahlkampfchef von Hillary Clinton war.

Trump sah darin natürlich eine Steilvorlage für einen Versuch, die öffentliche Aufmerksamkeit von den mutmaßlichen Verfehlungen seiner eigenen Leute abzulenken. Die wichtigste Story des Tages, die die Demokraten zittern lasse, sei die Flucht von Podesta aus seinem Unternehmen, schrieb der Präsident per Twitter. Dass es bei den Ermittlungen von Mueller im Kern um die Unabhängigkeit der US-Politik von ausländischen Interessen und um mögliche Geheimabsprachen mit Moskau im Rahmen des Wahlkampfs geht, ist aus Sicht des Republikaners demnach also nebensächlich.

Ein „Lehrbuch-Beispiel“ für verdeckte Einflussnahme
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1 Kommentar zu "Washingtoner Sumpf: Russland-Ermittlungen zeigen Nähe der US-Politik zu Lobbyisten"

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  • Wieso ist dieser lupenreine Pro-Trump und Pro-Putin Artikel eigentlich nicht mit einem Autoren-Namen unterzeichnet? Wer hat das geschrieben?

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