Watergate-Jubiläum
Die Mutter aller Skandale

Es ist ein Skandal, der die US-Politik in ihren Grundfesten erschütterte. Und am Ende musste ein US-Präsident zurücktreten: Richard Nixon. Grund war die Watergate-Affäre. Er hatte den Gegner ausspionieren lassen.
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New YorkEs war ein Klebestreifen, der die USA veränderte. Ein Wachmann fand ihn am 17. Juni 1972 über einem Türschloss in einem Washingtoner Bürokomplex und rief die Polizei. Die fand ein paar Einbrecher, die aber nichts mitgehen, sondern etwas dalassen wollten: Abhörvorrichtungen. Was anfangs wie ein kleiner Ganovenfall aussah, entwickelte sich zu dem politischen Skandal schlechthin, der letztlich den mächtigsten Mann der Welt das Amt kostete. Denn bei dem Büro handelte es sich um die Wahlkampfzentrale der Demokraten. Der Name des Gebäudes wurde zum Symbol: Watergate.

Dabei hätte US-Präsident Richard Nixon solch schmutzige Tricks gar nicht gebraucht, seine Wiederwahl im November schien sicher. Schließlich hatte der Republikaner den Vietnamkrieg für die USA beendet, erste Atom-Abrüstungsverträge ausgehandelt und in einem diplomatischen Meisterstück Beziehungen zu China aufgenommen. Die Demokraten hatten hingegen mit George McGovern einen für viele unwählbaren Parteilinken aufgestellt. Zudem bot die Partei das Bild eines chaotischen Haufens - weit entfernt von „Leadership“.

So hielten die meisten den Einbruch für eine Lappalie - nicht so Bob Woodward und Carl Bernstein. Die Reporter der „Washington Post“, beide noch keine 30 und unbekannt, fragten sich, warum die Einbrecher bei der Tat elegante Anzüge trugen und warum sie sofort von einem Anwalt rausgehauen wurden. Und warum sie beste Kontakte zur republikanischen Partei hatten und bei einem der Männer ein Scheck über 25 000 Dollar gefunden wurde, ausgestellt vom „Komitee zur Wiederwahl des Präsidenten“ - und der hieß Nixon.

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