Wechselkursentwicklung spielt keine Rolle mehr
G-7 für höhere Ölfördermenge

Bei einem Treffen in New York haben die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G-7) und Russlands die Öl produzierenden Länder zu einer höheren Ölförderung und damit einer Dämpfung des hohen Ölpreises aufgefordert.

HB NEW YORK. Dagegen wird die auf den letzten G-7-Treffen heftig diskutierte Wechselkursentwicklung nach dem leichten Kursanstieg des Dollars gegenüber dem Euro in den letzten Wochen vermutlich im Abschlusskommunique keine Rolle mehr spielen.

Der deutsche Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser sagte am Sonntag in einer Sitzungspause: „Wir haben uns auch lange über Öl unterhalten“. Im Abschlusskommunique der Konferenz werde man dazu eine Formulierung finden. „Es wird sicher begrüßt werden, dass einige Opec-Länder schon die Bereitschaft geäußert haben, ihre Produktion zu erhöhen“, ergänzte er. Der britsche Finanzminister Gordon Brown nannte die von größten Ölproduzenten Saudi-Arabien bekundete Bereitschaft, seine Ölförderung zu erhöhen, einen wichtigen Schritt. Er knüpfte daran die Erwartung, dass auch andere Länder der Organisation Erdöl produzierenden Länder (Opec) diesem Beispiel folgen werden. Die weltwirtschaftlichen Wachstumsaussichten veranschlagen die G-7-Länder nach Angaben aus Teilnehmerkreisen weiterhin für dieses und das nächste Jahr auf jeweils rund 4,5 Prozent.

Saudi-Arabien hatte sich am Wochenende für eine Ausweitung der Ölfördermenge der OPEC um 2,3 bis 2,5 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag ausgesprochen. Das Land selbst sei darauf eingestellt, seine Fördermenge von derzeit 9,1 Millionen Barrel auf 10,5 Millionen Euro zu erhöhen. Entscheiden will die OPEC dieses Thema, zu dem die Organisation am Samstag in Amsterdam noch keine Entscheidung getroffen hatte, nun im Juni. Die G-7 hatte den steigenden Ölpreis wiederholt als großes Risiko für den weltwirtschaftlichen Aufschwung bezeichnet, was Koch-Weser auf dem New Yorker Treffen noch einmal unterstrich.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia äußerte in New York die Hoffnung, dass die saudiarabischen Pläne für eine Erhöhung seiner Ölförderung zu einer Beruhigung der Ölmärkte beitragen werden. Brown wie auch Koch-Weser sagten, die G-7-Minister würden in ihrem Abschlusskommunique das Eintreten von Saudi-Arabien für eine höhere Ölförderung würdigen.

Der Ölpreis war in den letzten Tagen auf zeitweise deutlich über 40 Dollar je Barrel gestiegen. Nachdem der Dollar sich von seiner Schwäche gegenüber dem Euro etwas erholt hat, schlägt der in Dollar notierte Ölpreis stärker auf die von Ölimporten abhängige europäische Wirtschaft, wie etwa die deutsche, durch.

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