Weg aus der Gewalt
Gaddafi-Sohn Saif schlägt Wahlen vor

Gaddafis Sohn will die Rebellen nicht mit Schusswaffen, sondern an den Wahlurnen besiegen. Dort würde die Mehrheit zu seinem Vater stehen, so Saif al-Islam. Eine internationalen Überwachung will er akzeptieren.
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MailandDer Gaddafi-Sohn Saif al-Islam hat in einem Interview baldige Wahlen in dem Bürgerkriegsland Libyen als Weg aus der Gewalt vorgeschlagen. „Rasche Wahlen mit einer internationalen Überwachung, das ist der einzige schmerzlose Ausweg, um aus der Sackgasse in Libyen herauszukommen“, erläuterte der politisch engagierteste Sohn des libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi dem Mailänder „Corriere della Sera“. „Das Volk ist mit uns. Wir werden die Rebellen an den Wahlurnen besiegen“, fügte er an. Das am Donnerstag veröffentlichte Interview wurde in Tripolis geführt.

Der Gaddafi-Sohn zeigt sich davon überzeugt, dass bei Wahlen in spätestens drei Monaten „die übergroße Mehrheit der Libyer zu meinem Vater steht und die Rebellen als fanatische islamische Integristen ansieht, als Terroristen, die vom Ausland aufgehetzt worden sind, Söldner auf Geheiß (des französischen Präsidenten Nicolas) Sarkozy“. Bei den Wahlen sollte Transparenz garantiert sein. Als internationale Beobachter „akzeptieren wir die Europäische Union, die Afrikanische Union, die Vereinten Nationen und die Nato“, sagte Saif al-Islam.

 „Das alte Regime ist tot“, fügte Saif al-Islam Gaddafi an. Die Zukunft Libyens könnte in einem Land liegen, in dem es eine starke örtliche Autonomie gebe und eine schwache Bundesregierung in Tripolis, nach dem Vorbild der USA. Nicolas Sarkozy habe auf der Militärintervention bestanden, jetzt müsse er helfen, einen Ausweg zu finden. Auf den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, der sich von der einst sehr engen Freundschaft mit dem libyschen Machthaber Gaddafi abgewandt hatte, setzt der Sohn nicht mehr, er sprach von „Schande“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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