Wegen Angriffs 2009
Berlusconi erneut im Gesicht operiert

Wegen der Verletzungen, die er bei einem Angriff vor über einem Jahr erlitt, unterzog Berlusconi sich erneut einer Gesichtsoperation. Bei einer Veranstaltung hatte ihn ein psychisch Kranker mit einer Statuette beworfen.
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Rom/MailandMehr als ein Jahr nach der Wurfattacke von Mailand ist der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi erneut operiert worden. Der 74-Jährige habe sich am Montag unter Vollnarkose einer mehrstündigen Gesichtsoperation unterzogen, teilte der Chefarzt des Mailänder Krankenhauses San Raffaele, Alberto Zangrillo, mit. Unter anderem sei eine Knochentransplantation am Kiefer vorgenommen worden.

Der vierstündige Eingriff sei notwendig gewesen, um die „Anatomie und die Kaufähigkeit“, die durch das Attentat schwer beeinträchtigt worden seien, wieder herzustellen. Dem Arzt zufolge befand sich Berlusconi am Nachmittag bereits wieder in seiner Villa in Arcore. Am Donnerstag könne er seine Arbeit höchstwahrscheinlich wieder aufnehmen, sagte Zangrillo laut italienischen Medien.

Ein 42-jähriger Italiener hatte Berlusconi am 13. Dezember 2009 nach einer Wahlveranstaltung eine Souvenir-Nachbildung des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Der Cavaliere erlitt unter anderem Platzwunden an der Lippe und einen Bruch der Nasenscheidewand. Zwei Vorderzähne wurden gezogen. Nach dem Angriff hatte Berlusconi sich für knapp einen Monat in eine Klinik zurückgezogen.

Der innenpolitisch angeschlagene Berlusconi steht im Moment erneut unter Druck. Mehrere Gerichtsverfahren gegen ihn wurden wieder aufgenommen. Am Freitag soll ein Korruptionsprozess wegen Bestechung des britischen Anwalts David Mills wieder aufgerollt werden. Berlusconi soll Mills für Falschaussagen in den 1990er Jahren 600.000 Dollar (436.000 Euro) gezahlt haben.

Der Höhepunkt seines Gerichtsmarathons erwartet den 74-jährigen Medienmogul am 6. April. Dann muss er sich in der Sexaffäre um die Marokkanerin „Ruby“ in Mailand einem Schnellverfahren wegen Amtsmissbrauchs stellen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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