Wegen Anschlägen auf Synagogen und britische Einrichtungen: Lebenslange Haft für sieben Terrorverdächtige in Istanbul

Wegen Anschlägen auf Synagogen und britische Einrichtungen
Lebenslange Haft für sieben Terrorverdächtige in Istanbul

Wegen Beteiligung an den verheerenden Bombenanschlägen in Istanbul Ende 2003 sind sieben mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

HB ISTANBUL. Ein Gericht in der türkischen Metropole befand sie am Freitag für schuldig, maßgeblich zur Ausführung der Attacken auf zwei Synagogen, das britische Konsulat und eine Londoner Bank beigetragen zu haben. Dabei kamen am 15. und 20. November 2003 insgesamt 58 Menschen ums Leben. Der Syrer Loai Mohammed Hadsch Bakr al Saka wurde als Drahtzieher der Bluttaten ausgemacht.

Der 32-Jährige wurde nach Darstellung der Staatsanwaltschaft von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden persönlich mit der Ausführung der Anschläge beauftragt. Er appellierte nach seiner Verurteilung an Gleichgesinnte, den Heiligen Krieg weiter zu führen. „Gebt unter gar keinen Umständen auf, der Sieg ist ganz nahe“, rief Al Saka aus und zitierte dann einige Verse aus dem Koran.

Des weiteren erhielten sechs Türken eine lebenslange Haftstrafe. Sie hatten sich größtenteils zu den Anklagepunkten bekannt. Adnan Ersoz räumte vor Gericht auch ein, er sei in Afghanistan im Umgang mit Waffen ausgebildet worden und habe dort Bin Laden persönlich getroffen. Ferner habe er auf der Seite von Islamisten in Tschetschenien gegen russische Truppen gekämpft. Harun Ilhan übte vor Gericht Kritik am säkularen System der Türkei und bekundete die Hoffnung auf die Errichtung eines islamischen Staates.

Insgesamt wurden 73 Personen der Beteiligung an den Anschlägen beschuldigt. Neben den sieben Hauptverdächtigen erhielten einige weitere Angeklagte am Freitag verschieden lange Haftstrafen, andere wurden freigesprochen. Mehrere von ihnen räumten zwar ebenfalls ein, in Afghanistan und Tschetschenien gekämpft zu haben, wiesen aber den Vorwurf der Al-Kaida-Mitgliedschaft zurück.

Der am Donnerstag begonnene Prozess fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Scharfschützen bezogen Stellung an einem Istanbuler Gerichtsgebäude, die Straße vom Gefängnis zum Gericht wurde von der Polizei gesichert. In der vergangenen Woche hatte es Gerüchte gegeben, wonach Al Saka auf dem Weg zum Gericht von Al-Kaida-Aktivisten befreit werden sollte.

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