Wegen Flüchtlingskrise
Renzi fordert EU-Beitritt von Balkanländern

Die Balkanstaaten spielen bei der Flüchtlingskrise eine wichtige Rolle. Italiens Ministerpräsident Renzi will sie deshalb in der EU sehen. Für Länder wie Polen, Tschechien und Ungarn findet er hingegen deutliche Worte.

BerlinAngesichts der Rekordeinwanderungswelle nach Europa fordert der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi einen EU-Beitritt von Balkanstaaten. Es sei ein tragischer und historischer Fehler gewesen, die Länder bei der Osterweiterung auszulassen, sagte der Sozialdemokrat in einem Interview der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabmeldung. Die Blickrichtung müsse sich ändern. „Die Aufnahme Albaniens, Montenegros und Serbiens in die Union müssen Priorität haben.“

Die Balkanstaaten spielen bei der Flüchtlingskrise eine wichtige Rolle, weil sie von Hunderttausenden Migranten auf dem Weg vom Nahen Osten in Länder wie Deutschland durchquert werden. Außerdem sind etwa aus Albanien, Serbien oder Mazedonien selbst in diesem Jahr Zehntausende in die Bundesrepublik gekommen. Sie haben praktisch keine Chance auf Asyl.

Renzi kritisierte in dem Interview zugleich Staaten wie Polen, Tschechien oder Ungarn, die kaum Flüchtlinge aufzunehmen. „Es ist eine geografische, keine politische Teilung, zwischen denen, die Europa als großes Ideal kennen und denen, die darin vor allem einen wirtschaftlichen Nutzen sehen“, betonte Renzi. „Ich will weiter an das große Ideal glauben.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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