Wegen Haushaltskrise
USA lassen Handelsgespräche platzen

Die politische Krise in den USA wirkt sich auf die Verhandlungen für ein transatlantisches Freihandelsabkommen aus. Da der US-Regierung das Geld ausgegangen ist, kann sie keine Unterhändler nach Brüssel schicken.
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Washington/Moskau/BrüsselWegen des Haushaltsnotstands in den USA verschiebt die Regierung in Washington die Verhandlungen über eine Freihandelszone mit der Europäischen Union (EU). US-Vertreter könnten wegen des "government shutdown" nicht wie geplant kommende Woche nach Brüssel reisen, erklärte das Büro des US-Handelsbeauftragten Michael Froman am Freitag. Dies habe Froman EU-Handelskommissar Karel de Gucht in einem Telefonat mitgeteilt. Es werde mit der EU-Kommission ein neuer Terminplan erstellt.

In den USA steht der Verwaltungsapparat teilweise still, weil sich der Kongress nicht rechtzeitig auf ein Haushaltsgesetz einigen konnte. De Gucht betonte, die Absage behindere nicht das eigentliche Ziel eines Vertragsabschlusses.

Eigentlich hätte in der kommenden Woche die zweite Gesprächsrunde der Unterhändler aus den USA und der EU über den umfassenden Abbau der Handelsbarrieren zwischen den beiden Wirtschaftsräumen beginnen sollen. Einer Studie zufolge dürfte die Zone zahlreiche Jobs für die dort lebenden 800 Millionen Menschen schaffen. In einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung und des Ifo-Instituts ist allein in Deutschland von bis zu 160.000 neue Stellen und realen Einkommenszuwächsen von bis zu knapp einem Prozent die Rede.

Zudem musste US-Präsident Barack Obama seine Asienreise absagen. Er fehlt nächste Woche bei wichtigen Gipfeltreffen der Pazifikanrainerstaaten (Apec) auf Bali in Indonesien sowie der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) in Brunei. Auch ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf Bali fällt damit flach. Moskau gibt sich enttäuscht - bei dem Gespräch hätte es um Syrien gegen sollen.

An diesem Samstag ist Tag fünf des Haushaltsnotstands. Eine Einigung liegt in weiter Ferne, Gespräche gibt es ganz offenbar nicht. Beide Lager machen sich gegenseitig Vorwürfe.

„Dies ist kein verdammtes Spiel“, sagte der Republikanerführer John Boehner. Er verlangte von Obama sofortige Verhandlungen. Obama reagierte, er sei zu Gesprächen bereit, „aber wir können das nicht, wenn dem amerikanischen Volk eine Schusswaffe an den Kopf gehalten wird“.

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  • Obama handelt wie ein Sozialist. Immer mehr Schulden und immer mehr Planwirtschaft (staatliche Hilfsgelder) für Kommunen und die Bevölkerung. Nach Obama-Health-Care kommt dann noch ein Haus für jeden Obama-House-Care ?

    Seit 2007 als Obama die US-Schulden mit 8.5 * 10 hoch 12 Dollar Schulden übernommen hatte hat sich dieser Betrag verdoppelt auf jetzt 16.2 * 10 hoch 12 Dollar Schulden. Dieser Politik-Stil der "gekauften Wähler-Stimmen" ist falsch, da er das Leistungs-Prinzip ausser Kraft setzt, Eineninitiative und Eigenverantwortung lähmt.

    Schluss damit. Sollen die US-Treasury-Bonds doch zusammenbrechen. Wann wenn nicht jetzt, als Warn-Signal dass Schuldenmachen der Staaten der falsche Weg ist. Die Sozialisten sollten an ihren Schulden zusammenbrechen. Ein Ende mit Schrecken quasi. Riesige Verluste von Goldman Sachs (CEO Blankfein) wären das Resultat. Na und ? Das wäre eine ökonomische Lehre für die ganze Welt. Draghi muss auch damit aufhören ! Keine Rückzahlung mehr. Keine Zinsen mehr.

    Republikaner handeln verantwortungsvoll für die Zukunft unserer Kinder und gegen das Geld- und damit Macht-Monopol der Sozialisten.

  • Endlich eine gute Nachricht, auch wenn die Begründung lachhaft ist. Offenbar knirscht es im Globalisierungsgetriebe der transatlantischen Eliten und das ist gut so! Vielleicht gibt es beiderseits des Atlantiks ein paar Entscheidungsträger, die nicht erpreßbar oder (von den Konzernen) gekauft sind.

    Wer es noch nicht gemerkt hat: die USA sind real-wirtschaftlich (außer im militärisch-industriellen Komplex) am Ende und halten sich nur noch mit Schwindeleien über Wasser, als da sind Banking/Petrodollar, Lizenzwirtschaft (von Software-Controlle, Amazon Ebook-Lizenzen bis Genmais), Rechtsverdrehung und Überwachung/Kontrolle. Ihr Hauptverkaufsschlager: SCHULDEN (Staatsanleihen). Danke, davon haben wir selber genug.

    DAS ALLES BRAUCHEN WIR NICHT IN EUROPA.

    Was wir brauchen sind Rohstoffe und einen fairen Warentausch.
    Eine Freihandelszone mit Rußland (und China) macht wesentlich mehr Sinn - als uns NOCH MEHR unter die Kontrolle der machtgeilen anglo-amerikanischen Geldeliten und ihrer Konzerne und Schwindelsysteme zu begeben.

    Die Asiaten (und der ehemalige US-Hinterhof Lateinamerika) haben dies VERSTANDEN und die USA gleich gar nicht zu den Verhandlung zu ihrer Pazifischen Freihandelszone eingeladen. WIR (unsere Politiker) VERSTEHEN MAL WIEDER GAR NICHTS und fallen auf solche DUMMEN, immer GLEICHEN "Experten"-LÜGEN herein, wie z.B. auch schon bei der EURO-Einführung. Da war es genau gleich! Dasselbe Lügengebäude.

    Im Moment sind wir gerade dabei die Folgen dieser LETZTEN INTERNATIONALSIERUNGSRUNDE in EUROPA zu verdauen - die EURO-Einführung nämlich. Daran haben wir genug zu kauen, und dafür BLUTET DEUSCHLAND bereits jetzt FINANZIELL aus (siehe z.B. Straßenzustand): dafür braucht es nicht noch eine zusätzliche "Transatlantische Union" mit Pleite-Amerika - das ist nämlich der eigentliche Plan mit der "Freischwindelszone" der USA.

    Und genau das brauchen wir nicht

  • Vorsicht - FÄLSCHUNG!

    Die Verzweiflung der AfD-shitstormer hat inzwischen derartige Ausmaße angenommen, daß sie unter meiner Kennung 'Rechner' Kommentare veröffentlichen, um es Lesern schwer zu machen, die Diskussion zu verfolgen und um mir ihre eigenen Positionen zu unterschieben.

    Diese 'false-flag' Kommentare sind eine beliebte CIA-Taktik, um unliebsame Diskussionen abzuwürgen.

    Sie sind erkenntlich an ihrer Kürze und logischen Inkonsistenz, oder daran daß in Großbuchstaben dumpfe CIA/AfD Parolen geschrien werden:

    ...

    Das ist eine FÄLSCHUNG:

    O-Ton USA
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    Da der US-Regierung das Geld ausgegangen ist, kann sie keine Unterhändler nach Brüssel schicken.
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    Selten so gelacht.

    Yankee, stay at home.

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