Wegen Irak-Konflikt
US-Flugzeugträger in Golf-Region

Mit brutalen Bildern von Hinrichtungen irakischer Soldaten führt die Terrorgruppe Isis ihren Kampf im Irak auch im Internet. Amerika handelt. Für alle Fälle bezieht ein US-Flugzeugträger im Persischen Golf Stellung.
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Bagdad/WashingtonAls Reaktion auf die Eskalation im Irak haben die USA Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt. Die „USS George H.W. Bush“ sollte dort am Sonntag eintreffen. Begleitet werde das Schiff von einem mit Raketen bestückten Kreuzer und einem Zerstörer. Damit solle Präsident Barack Obama zusätzliche Flexibilität gegeben werden, sollten militärische Optionen nötig werden, um das Leben von Amerikanern und Interessen im Irak zu schützen.

Der massive Vormarsch der Terrorgruppe Isis im Irak löste international Entsetzen und Besorgnis aus. Experten warnen vor einem Kollaps des Iraks - mit Erschütterungen weit über die Krisenregion Nahost hinaus.

Die Isis-Dschihadisten haben nach eigenen Angaben hunderte irakische Soldaten hingerichtet. Am Sonntag im Internet verbreitete Fotos zeigen dutzende Leichen. Die Echtheit der Bilder, die in der Provinz Saleheddin nördlich von Bagdad gemacht worden sein sollen, konnte nicht überprüft werden. Ein Foto zeigt eine Reihe gefesselter Männer in Zivilkleidung mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Auf einem zweiten Bild werden die Männer auf Lastwagen geladen.

Auf einem weiteren Foto ist zu sehen, wie die Männer gezwungen werden, sich in einer flachen Grube auf den Boden zu legen, während Kämpfer mit der Isis-Fahne zuschauen. Dann wird gezeigt, wie die mit Sturmgewehren bewaffneten Isil-Kämpfer offenbar in die Grube feuern.

Nachdem die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Soldaten den Vormarsch der Dschihadisten gebietsweise stoppen konnten, verbreitet Isis zunehmend Bilder ihrer Gräueltaten in sozialen Netzwerken wie Twitter und YouTube. Dabei werden etwa Erschießungen und Auspeitschungen gezeigt.

Laut Medienberichten scheint sich Isis vor allem in der westirakischen Provinz Anbar und im Norden zwischen Mossul und Bagdad festgesetzt zu haben. Isis habe auf eine klassische Guerilla-Taktik im Irak verzichtet, berichtete die „New York Times“. Stattdessen hätten die Dschihadisten nach langer Vorbereitung eine Schneise ins Land getrieben. Mit der Kontrolle über die drei großen Autobahnen nördlich von Bagdad sei die Kurdenregion vom Rest des Iraks abgeschnitten, „das könnte das Land endgültig zersplittern“.

Isis rückt seit Anfang der Woche auf Bagdad vor und brachte mehrere Städte unter ihre Kontrolle, darunter die nördliche Millionenmetropole Mossul. Aus verschiedenen Richtungen wollen Isis-Kämpfer Bagdad umzingeln und in die Stadt vordringen. Nach UN-Angaben wurden bei Kämpfen in den vergangenen Tagen mehrere Hundert Zivilisten getötet und etwa 1000 verletzt. Hunderttausende Iraker sind auf der Flucht.

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