Wegen Korruption
Zwölf Jahre Haft für Mubaraks Innenminister

Wegen Korruption und Geldwäsche muss der ehemalige ägyptische Innenminister Habib al-Adli für lange Zeit ins Gefängnis. Schlimmeres droht dem Politiker des gestürzten Mubarak-Regimes jedoch in einem weiteren Verfahren.
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KairoDer frühere Innenminister des gestürzten ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak ist wegen Korruption und Geldwäsche zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Habib al-Adli wird insbesondere für das brutale Vorgehen der Polizei gegen Demonstrationen von Oppositionellen verantwortlich gemacht, die später zum Sturz des Regimes Mubarak führten. Das Urteil gegen al-Adli war das erste gegen ein Mitglied der früheren Regierung. Ein ganze Reihe weiterer ehemaliger Kabinettsmitglieder und Geschäftsleute mit Verbindungen zur Regierung wurde seit dem Sturz Mubaraks am 11. Februar festgenommen.

Viele Ägypter verfolgen den Fall des früheren Innenministers genau: Er gilt als einer der verhasstesten Vertreter des alten Regimes. Die neue Militärregierung zeigt sich bemüht, gegen Amtsmissbrauch und Korruption hart durchzugreifen. Sie demonstrierte zuletzt auch Bereitschaft, Mubarak vor Gericht zu stellen. Dem 83-Jährigen, der Ägypten rund 30 Jahre regiert hatte und Mitte Februar aus dem Amt gedrängt worden war, sieht sich mit Vorwürfen des Mordes, der Korruption und des Amtsmissbrauchs konfrontiert.

Al-Adli muss sich in einem getrennten Verfahren wegen des Vorwurfs verantworten, er habe während der Proteste gegen Mubarak in Kairo Anweisungen gegeben, scharfe Munition gegen unbewaffnete Demonstranten einzusetzen. Bei den Unruhen in Ägypten waren 800 Menschen getötet und Tausende verletzt worden. Außerdem wird ihm die Verschwendung öffentlicher Gelder zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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