Wegen Protesten gegen Thailands Regierung abgebrochen
Demonstranten stürmen Asean-Gipfel

Thailändische Regierungsgegner haben den Abbruch des Gipfels der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) im Badeort Pattay erzwungen. Im Anschluss rief die thailändische Regierung in Teilen des Landes vorübergehend den Notstand aus. Die anwesenden Journalisten nutzten die Gunst der Stunde – und stürzten sich auf das Festbankett der Staatschefs.

HB PATTAYA. Massive Proteste der thailändischen Opposition haben zum Platzen des Asean-Gipfels geführt und der Regierung einen schweren Ansehensverlust zugefügt. Demonstranten war es am Samstag gelungen, in das Medienzentrum des Tagungsgeländes einzudringen und damit das Treffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in Pattaya kurzfristig abzubrechen. Die Regierung verhängte vorübergehend den Notstand über den Badeort. Es gehe um die Sicherheit der Staats- und Regierungschefs, begründete der unter Druck stehende Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva den Schritt in einer Fernsehansprache.

Die Proteste richteten sich nicht gegen den Gipfel, sondern gegen die erst im Dezember an die Macht gelangte die Regierung. Das Gipfel-Fiasko und die anhaltenden Demonstrationen werfen nun die Frage auf, wie lange sich die Führung um Abhisit noch halten kann.

Demonstranten war es trotz eines Großaufgebots an Sicherheitskräften auch gelungen, die Zugänge zu dem Hotel zu versperren, in dem die Gipfelteilnehmer abgestiegen waren. Zunächst mussten deshalb mehrere Politiker-Treffen abgesagt werden, ehe schließlich der vollständige Abbruch des eigentlich bis Sonntag angesetzten Gipfels beschlossen wurde. Ein Ersatztermin stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher. Etwa die Hälfte der Gipfelteilnehmer wurde per Hubschrauber zu einem nahe gelegenen Militärstützpunkt ausgeflogen. Die Demonstranten erklärten indes, friedliche Proteste geplant zu haben. Sie seien jedoch von Sicherheitskräften provoziert worden, die Schlagstöcken und Steinschleudern am Tagungsort erschienen seien.

Die anwesenden Journalisten nutzten die Gunst der Stunde und machten sich an dem opulenten Festmenü zu schaffen, das eigentlich für 630 offizielle Gäste angerichtet worden war. Als die von den Regierungsgegnern vertriebenen Staats- und Regierungschefs und ihre Delegationen längst abgereist waren, machten sich die akkreditierten Medienvertreter im noblen Royal Cliff Hotel im Badeort Pattaya über thailändische Spezialitäten her: Auf den Tisch kamen Mangosalat, gebratener Wels, scharfe Hühnchensuppe, gegrillter Hummer, Curry-Rind und andere Delikatessen. Den Ausschank alkoholischer Getränke verweigerten die Ausrichter des Essens allerdings den Journalisten - möglicherweise, um ein allzu ausgedehntes Mahl zu verhindern.

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