Wegen Spardiktat
Portugal wirft IWF „Heuchelei“ vor

Der Widerstand gegen vom IWF der verordneten Sparkurs in Portugal wächst. Die regierenden Sozialdemokraten üben massive Kritik. Die Anleger erwarten bereits ein weiteres Rettungspaket
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Lissabon/LondonDie in Portugal regierenden Sozialdemokraten werfen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Heuchelei vor, weil er von dem Land weitere Einschnitte verlangt und gleichzeitig grundsätzlich vor übertriebenem Sparen warnt. Der Währungsfonds weise zwar auf die Gefahren der Sparprogramme für die schwache Konjunktur hin, zeige aber am Verhandlungstisch wenig Flexibilität, klagte am Mittwoch Parteisprecher Marco Antonio Costa. Mit dem IWF und der Europäischen Union (EU) haben am Montag die Gläubiger des Landes mit einer Überprüfung des portugiesischen Rettungsprogramms begonnen. Die Regierung hofft auf eine weitere Lockerung der Haushaltsziele für das kommende Jahr, aber bislang haben sich die Gläubiger wenig nachgiebig gezeigt.

In einem IWF-Bericht vom Dienstag hatte es geheißen, einige Länder benötigten bei der Konsolidierung ein Tempolimit, weil sie sonst die Wirtschaft abwürgen könnten. Gleichzeitig betonten die IWF-Experten jedoch, dass die Beweislage für diese Schlussfolgerung nicht ganz eindeutig sei und dass viele Länder im Zweifel keine Alternative zum Sparen hätten - vor allem, wenn sie das Vertrauen der Anleihegläubiger am Finanzmarkt zurückgewinnen müssten.

Die Preise für portugiesische Anleihen signalisierten am Mittwoch, dass viele Anleger ein weiteres Rettungspaket für das Land bereits für ausgemachte Sache halten. Sie gehen jedoch nicht davon aus, dass kurzfristig ein Schuldenschnitt droht, der auch Privatinvestoren Verluste aufbürdet. Seit Mai stehen portugiesische Anleihen am Finanzmarkt unter Druck - Grund sind unter anderem politische Streitereien. Damit wird es immer unwahrscheinlicher, dass sich das Land wie geplant ab Mitte nächsten Jahres wieder am Finanzmarkt refinanziert.

Auch bei der Ratingagentur Standard & Poor's büßt das Land an Glaubwürdigkeit ein. Die Kreditexperten änderten den Ausblick für die derzeitige Bonitätseinstufung "BB" auf "Creditwatch negative" von zuvor "negative". Damit signalisiert die Agentur, dass sie derzeit eine Senkung der Note in Erwägung zieht und innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung fällen wird. Sie begründete dies unter anderem mit der Gefahr, dass die Wirtschaft unerwartet schwach bleiben und das Land die vereinbarten Sparziele verfehlen könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wegen Spardiktat: Portugal wirft IWF „Heuchelei“ vor"

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  • Hallo Eddie, nimm doch mal die braunen Fakestatistiken mit in dein Repertoire auf. Sonst schreibt sich dein Psyeudonym noch die Finger wund.

  • Luegen-Lucke sind Sie das? Jedenfalls wieder eine AfD-Luege - 3% lt. INSA...

    http://www.bild.de/politik/wahlen/bundestagswahl/bundestagswahl-2013-31800142.bild.html#/survey-source06-bars

  • Der IWF gehört vlt längst schon GS - ladies.
    Die Politik humpelt hinterher, wirft den Göttern der Jetztzeit hinterher und hilft den Opfern beim Klagen ums größere Opfer: Opfern ist fein.
    Opfer sein weniger.

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