Weichenstellung für die Zukunft der Republik
Silajdzic bei Präsidiumswahl in Bosnien-Herzegowina in Führung

Bei den Wahlen in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Bosnien-Herzegowina hat der frühere Außenminister Haris Silajdzic offenbar einen Sitz im dreiköpfigen Staatspräsidium erobert.

HB SARAJEVO. Nach ersten Ergebnissen in der Nacht zum Montag lag er mit 38 Prozent der Stimmen vor Amtsinhaber Sulejman Tihic. Auf Tihic entfielen demnach lediglich 18 Prozent. Silajdzic hatte sich um den Posten des moslemischen Vertreters im Präsidium beworben. Wahlergebnisse für das serbische und das kroatische Präsidiumsmitglied lagen zunächst nicht vor.

Knapp drei Millionen Bürger waren am Sonntag aufgerufen, das Parlament sowie die drei Präsidenten des Zentralstaates zu wählen. Daneben entschieden sie über ihre Vertreter in den beiden Teil-Staaten.

Nach dem Bürgerkrieg wurde Bosnien-Herzegowina 1995 in zwei autonome Einheiten geteilt: eine serbische Republik und eine bosniakisch-kroatische Föderation. Bei der Wahl wurden die Weichen für die Zukunft der Republik gestellt, die unter internationaler Verwaltung steht und nächstes Jahr Souveränitätsrechte erhalten soll.

Silajdzic hatte im Wahlkampf eine Stärkung des Zentralstaats sowie ein Ende der Aufteilung in zwei Einheiten gefordert.

Bosnien-Herzegowina erstreckt sich über ein Gebiet von der Größe Niedersachsens und gehört mit seinen vier Millionen Einwohnern zu den ärmsten Ländern Europas. Jeder fünfte Bewohner ist arbeitslos. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt im Jahr knapp 2000 Euro.

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