Weihnachtsgeschäft Wie Trump die Kauflaune der Amerikaner beeinflusst

Die Präsidentschaftswahl hat die Amerikaner in zwei Lager gespalten: Clinton und Trump. Viele US-Bürger sind dementsprechend unzufrieden mit dem Wahlergebnis. Das hat Folgen für das Weihnachtsgeschäft.
Update: 11.12.2016 - 19:44 Uhr 1 Kommentar
Um zu überprüfen, wie sich die Präsidentschaftswahl auf das weihnachtliche Kaufverhalten der Amerikaner auswirkt, wollen die Analysten erstmal den Black Friday abwarten. Quelle: AFP
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Um zu überprüfen, wie sich die Präsidentschaftswahl auf das weihnachtliche Kaufverhalten der Amerikaner auswirkt, wollen die Analysten erstmal den Black Friday abwarten.

(Foto: AFP)

New YorkIn der Vorweihnachtszeit 2016 stehen in den USA eher Frieden und Hoffnung im Mittelpunkt statt Elfen und Glöckchen. Das melden zumindest die Einzelhändler, die darauf setzen, dass die Amerikaner nach einem harten und bitteren Wahlkampf ihre Kauflaune zurückgewinnen. Wer was schenkt, hängt ab vom Einkommen, vom Wohnort und manchmal auch von der Parteipräferenz.

„Ich brauche keinen tröstenden Hund“, sagt Rhondi Bleeker aus Totowa in New Jersey. „Ich freue mich, weil ich für Trump war.“ Die 50 Jahre alte Kosmetikerin betreibt ein eigenes Geschäft und glaubt, dass es mit der Wirtschaft nun bergauf gehen wird. Denn egal, ob die Menschen traurig oder glücklich seien, shoppen wolle schließlich jeder. Sie selbst will wie jedes Jahr rund 3.000 Dollar für Geschenke ausgeben.

Andere Konsumenten zweigen dagegen Geld vom Geschenke-Budget ab und spenden die Summe im Namen von Angehörigen oder Freunden an Hilfsorganisationen. So will es auch Ryan Holmes aus Chicago machen, der für die Demokratin Hillary Clinton stimmte. Mindestens ein Viertel der geplanten Weihnachtsausgaben von 750 Dollar sollen an wohltätige Gruppen gehen. Und auch wenn er Musik oder ein Buch schenke, werde er wahrscheinlich politisch Stellung beziehen, sagt er. Zum Beispiel mit einem Sachbuch über den Klimawandel, um einen Freund aufzuklären.

„Ich habe Angst vor dem was kommt, ich bin traurig und weniger hoffnungsvoll“, erklärt Holmes, ein Immobilienberater. „Aber ich engagiere mich auch stärker.“

Klima-Skeptiker, Milliardäre und ein Wall-Street-Anwalt
Dan Coats
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Der künftige US-Präsident Donald Trump will den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, zum Geheimdienstdirektor ernennen. Coats war von 2001 bis 2005 US-Botschafter in Berlin unter Präsident George W. Bush. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Als ehemaliger Senator vertrat der Konservative zudem den US-Bundesstaat Indiana im Kongress.

Jay Clayton
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Neuer Chef der US-Börsenaufsicht wird unter US-Präsident Donald Trump Jay Clayton. Clayton ist ein Mann der Wall Street. Er arbeitet bisher als Wirtschaftsanwalt in der renommierten Kanzlei Sullivan & Cromwell. Unter anderem war er an den Vorbereitungen für den Börsengang des riesigen chinesischen Internethändlers Alibaba beteiligt.

Robert Lighthizer
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Anfang Januar wurde bekannt, dass Donald Trump den 69-jährigen Robert Lighthizer zum Handelsbeauftragten der US-Regierung machen will. Lighthizer gilt als scharfer Kritiker der Handelsstrategien Chinas und als Protektionist. Der Politikveteran hat als Handelsattaché in der Reagan-Ära zahlreiche bilaterale Abkommen ausgehandelt und den Umfang unfairer Einfuhren in die USA deutlich reduziert.

Carl Icahn
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Trump wird sich zukünftig beim Starinvestor Carl Icahn Tipps zu Regulierungsfragen holen. Icahn wird kein offizieller Regierungsmitarbeiter und für seine Dienste auch nicht bezahlt, sagte ein Trump-Sprecher. Nach Trumps Wahl setzen viele darauf, dass der 70-jährige Immobilien-Milliardär die Wirtschaft unter anderem mit einer Deregulierungswelle in Schwung bringen will. Icahn ist Großaktionär mehrerer Konzerne und vielen für ein aggressives Geschäftgebaren bekannt.

Peter Navarro
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Der durch seine Bücher wie „Tod durch China“ bekanntgewordene Ökonom Peter Navarro wird in den Nationalen Handelsrat des Weißen Hauses berufen. Der 67-jährige Wirtschaftsprofessor der University of California beriet Trump bereits im Wahlkampf. In seinem Buch „Tod durch China: Wie Amerika seine industrielle Basis verlor“, das die Grundlage für einen Dokumentarfilm lieferte, wirft er der Volksrepublik beispielsweise den Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Innenminister: Ryan Zinke
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Der Kongressabgeordnete war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Das Ministerium verwaltet rund ein Fünftel der öffentliche Flächen des Landes, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz. Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

Rex Tillerson (l.) - Außenminister
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Der Chef des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Rex Tillerson, soll Außenminister werden. Das ist aus dem Umfeld von Donald Trump zu hören. Der 64-Jährige hat gute Beziehungen zu Russland, das Bild zeigt Tillerson im Jahr 2012 bei einem Aufeinandertreffen mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin.

Im Allgemeinen verschenken die Konsumenten in diesem Jahr seltener Dinge und dafür mehr Erlebnisse. Neben allgemeinen Trends beeinflusst aber zum Beispiel auch das Wetter die Kauflaune der Menschen. Gleichzeitig müssen Einzelhandel und Kaufhausketten aufpassen, im Preiskampf mit den Online-Shops nicht den Kürzeren zu ziehen.

Vor einer Präsidentenwahl geht die Kauflaune stets zurück, weil die Menschen mit anderen Themen beschäftigt sind. Nach der Abstimmung wachsen die Ausgaben aber meist wieder. Tamara Gaffney, Analystin bei der Forschungsgesellschaft Adobe Systems, erklärt, dass den Händlern zwischen dem 1. und dem 14. November mehr als 800 Millionen Dollar allein im Internet-Handel entgingen. Besonders groß war der Rückgang in US-Staaten, die mehrheitlich demokratisch wählten.

Einige sind begeistert, andere halten sich zurück
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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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