Weihnachtsrede
Papst warnt vor Kampf der Kulturen

Papst Benedikt XVI. hat in einer Ansprache zum Jahresende vor einem drohenden Kampf der Kulturen und Religionen gewarnt und seinen Aufruf zum Dialog mit dem Islam bekräftigt.

HB ROM. Das Jahr 2006 bleibe mit den „Schrecken des Krieges im Heiligen Land“ und den Gefahren eines Zusammenstoßes zwischen den Kulturen und Religionen in Erinnerung, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag in Rom. Diese bedrohliche Gefahr sei noch nicht gebannt. Benedikt, der in diesem Jahr mit seiner Regensburger Rede für einen Aufschrei der Empörung in der muslimischen Welt gesorgt hatte, rief zu einem verstärkten Dialog mit dem Islam auf.

Eine säkularisierte Gesellschaft, deren Entscheidungen zu sehr auf Vernunft und Logik basierten, könne keinen wahren Dialog der Religionen führen, sagte der Papst vor Kardinälen. „Wenn sie sich weiter Fragen widersetzt, die Gott betreffen, wird das letztendlich zu einem Zusammenstoß der Kulturen führen.“ Das Oberhaupt der katholischen Kirche betonte, seine Reise in die überwiegend muslimische Türkei habe ihm erlaubt, der islamischen Religion öffentlich Respekt zu zollen.

Wege zum Frieden zu finden sei eine Herausforderung von höchster Priorität geworden, mahnte der Papst. „Wir müssen lernen, dass Frieden nicht nur von außen mit Strukturen erreicht werden kann“, sagte Benedikt weiter. Versuche, ihn mit Gewalt zu erreichen, führten nur zu mehr Gewalt. Benedikt bekräftigte seine Position zum Festhalten am Zölibat und dem Wert der Ehe sowie seine Haltung gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Die Stimme der Kirche müsse in diesen Frage gehört werden, betonte er. „Wenn man uns sagt, dass die Kirche sich in diese Themen nicht einmischen soll, dann können wir nur antworten: Sollte uns die Menschheit nicht interessieren?“

Weiter erinnerte der Papst an seine Auslandsreisen nach Polen, Spanien und Deutschland. Zuletzt hatte Benedikt mit einem viertägigen Türkei-Besuch ein Zeichen der Versöhnung mit dem Islam gesetzt. Seine umstrittene Regensburger Rede vom 12. September, in der er einen byzantinischen Kaiser mit einer islamkritischen Äußerung zitierte, hatte auch in der Türkei heftige Proteste ausgelöst.

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