Weiter Gewalt im Irak
Blutiger Anschlag auf Schiiten-Moschee

Bei Anschlägen starben am Freitag im Irak wieder zahlreiche Menschen. Das Recht auf Leben ist im Irak nach den Worten von UN-Generalsekretär Annan nicht mehr geschützt. Das US-Militär hat unterdessen weitere Offensiven vorbereitet.

HB BAGDAD. Vor einer Schiiten-Moschee in der nordirakischen Stadt Tus zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe und riss elf Menschen mit in den Tod. Die Bombe explodierte, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet aus der Moschee strömten. Bei Anschlägen in und um Bagdad starben mindestens 13 weitere Menschen.

In den beiden vorangegangenen Tagen waren rund 200 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche irakische Zivilisten. Am Donnerstag war im Internet eine Tonbandaufnahme veröffentlicht worden, auf der der Anführer der Terrorgruppe El Kaida im Zweistromland, Abu Mussab al-Sarkawi, den irakischen Schiiten angeblich den Krieg erklärt.

Derweil griff die US-Armee bei Haditha - rund 350 Kilometer westlich der Hauptstadt einen Gebäudekomplex aus der Luft an, den El- Kaida-Terroristen zum Bau von Autobomben genutzt haben sollen, und zerstörte ihn. „Alle Terroristen“ seien geflohen, teilte das US- Militär mit.

Bei einem Angriff auf sein Haus töteten Aufständische am Freitag in Iskandarija - 60 Kilometer südlich Bagdads - einen Bezirksbürgermeister und vier seiner Leibwächter, berichtete die Polizei. Eine Stunde später sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeistation im nahe gelegen Al-Asirija in die Luft und riss drei Polizisten mit in den Tod. In Chalidija westlich von Bagdad starben nach Polizeiangaben vier irakische Soldaten, als ihr Patrouillenfahrzeug von einem versteckten Sprengsatz zerrissen wurde.

In Bagdad erschossen Aufständische am Morgen mindestens einen Iraker. 14 Menschen wurden laut Polizei verletzt, als die Attentäter im Stadtteil Al-Dschadida aus einem Auto das Feuer auf die Gruppe von Arbeitssuchenden eröffneten. In Kut südlich von Bagdad nahm die Polizei nach eigenen Angaben drei Verdächtige fest, die in Assisija - 80 Kilometer südlich der Hauptstadt - Anschläge und Überfälle verübt haben sollen.

Deutsche Sicherheitsexperten befürchten nach Informationen des in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“ (Samstag) eine weitere Zunahme der Attentate in den nächsten Wochen. Anfang Oktober beginne der Fastenmonat Ramadan, für Mitte des Monats sei die Volksabstimmung über die neue Verfassung geplant und wenige Tage danach solle der Prozess gegen Saddam Hussein beginnen. Dies seien gleich drei Anlässe für die Terrorszene, noch härter als bisher zuzuschlagen, erfuhr das Blatt aus dem Umfeld der Bundesregierung.

Seite 1:

Blutiger Anschlag auf Schiiten-Moschee

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%