Weiter Spekulationen um Urheber: Fahndung nach Attentätern gestartet

Weiter Spekulationen um Urheber
Fahndung nach Attentätern gestartet

Die spanische Polizei hat nach den verheerenden Anschlägen von Madrid mit der Großfahndung nach den Attentätern und Strippenziehern begonnen. Allerdings war 24 Stunden nach den verheerenden Attentaten mit fast 200 Toten noch unklar, aus welchen Kreisen die Terroristen stammten. „Die Polizei ermittelt in alle Richtungen“, sagte Spaniens Innenminister Angel Acebes in der Nacht zum Freitag.

HB MADRID. Die spanische Regierung hielt es für das Wahrscheinlichste, dass die baskische Untergrundorganisation ETA hinter dem Blutbad steckte. Sie schloss aber auch nicht aus, dass das Terrornetz El Kaida oder eine andere islamische Gruppe das Massaker angerichtet hat. Die Zahl der Toten nach den verheerenden Bombenanschlägen in Madrid hat sich am Freitag auf 198 erhöht. Das teilten die an der Identifizierung der Leichen beteiligten Gerichtsmediziner mit. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt, da 44 Schwerverletzte in Lebensgefahr schweben. Insgesamt wurden mindestens 1 500 Personen verletzt. Die Anschläge erschütterten Spanien drei Tage vor der Parlamentswahl. Die Toten wurden bis zur Beisetzung in einer Halle auf dem Madrider Messegelände aufgebahrt.

Eine in London erscheinende arabischsprachige Zeitung teilte am Abend mit, sie habe ein Bekennerschreiben des Terrornetzwerks El Kaida erhalten. Der Chefredakteur der Zeitung „Al-Quds Al-Arabi“, Abdelbari Atwan, sagte den britischen Fernsehsendern Sky News und BBC, die Bekennerbotschaft sei per E-Mail an die Redaktion geschickt worden. El Kaida bezeichne Spanien darin als eines der wichtigsten Mitglieder der „Allianz im Krieg gegen den Islam“.

Die spanische Regierung kündigte an, sie werde das angebliche Bekennerschreiben „genau und kritisch prüfen“. Die Polizei ermittele in alle Richtungen. Die ETA sei die wichtigste Spur, denn die Bomben hätten aus dem üblicherweise von der ETA benutzten Sprengstoff bestanden. Außerdem habe die ETA zu Weihnachten 2003 einen ähnlichen Anschlag auf Züge verüben wollen.

Innenminister Acebes, der zunächst eine Verwicklung von El Kaida oder anderer islamischer Gruppen ausgeschlossen hatte, korrigierte sich später. In der Stadt Alcalá de Henares östlich von Madrid sei ein gestohlener Lieferwagen aufgespürt worden, in welchem sieben Sprengstoff-Zünder und ein Tonband mit Koran-Versen in arabischer Sprache gefunden worden seien, berichtete Acebes am Abend. Das gefundene Tonband enthalte keine Drohung. Jedoch stehe der Lieferwagen im Zusammenhang mit den Anschlägen.

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