Weiter Streit um Auflösung von Siedlungen im Gaza-Streifen
Scharon droht mit Umbildung des Kabinetts

Um die Räumung des Gazastreifens durchzusetzen, will Israels Regierungschef Scharon notfalls Kritiker aus seinem Kabinett entfernen. Über den Plan wird voraussichtlich erst kommende Woche abgestimmt.

HB BERLIN. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist entschlossen, den Plan zur schrittweisen Auflösung von Siedlungen im Gazastreifen auch gegen den Widerstand aus seiner Likud-Partei durchzusetzen. Notfalls werde er das Kabinett umbilden oder andere «beispiellose politische Schritte» vornehmen, sagte Scharon am Sonntag vor seinen Ministern.

Während der Sitzung stellte der Regierungschef die überarbeitete Fassung des Rückzugsplans vor. Scharon geht laut der Nachrichtenagentur AP davon aus, dass darüber erst in der kommenden Woche abgestimmt wird.

Die regierende Likud-Partei hatte den ursprünglichen Plan in einem Votum am 2. Mai abgelehnt. Zu den größten Kritikern eines israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen gehört Finanzminister Benjamin Netanjahu.

Der neue Entwurf Scharons sieht vor, dass in vier Phasen alle Siedlungen im Gazastreifen und vier Siedlungen im Westjordanland aufgelöst werden.

Israelisches Militär griff unterdessen aus der Luft Gaza-Stadt an. Dabei wurden drei Palästinenser getötet, wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Augenzeugen meldet. Unter den Toten soll auch ein Führer der radikal-islamischen Hamas sein.

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