Weiter Unruhen im Land
Bundesregierung fordert Deutsche zur Ausreise aus Togo auf

Das Auswärtige Amt sieht die Sicherheit deutscher Staatsbürger in Togo angesichts massiver Ausschreitungen nicht mehr gewährleistet. Afrikanische Diplomaten bemühen sich um eine Lösung der Krise und ein Ende der Gewalt.

HB BERLIN. Nach tagelangen Unruhen in Togo hat das Auswärtige Amt am Freitagabend alle deutschen Staatsbürger aufgefordert, das westafrikanische Land zu verlassen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich weniger als 300 Deutsche dauerhaft in der ehemaligen deutschen Kolonie aufhalten.

Bewaffnete Jugendliche hatten am Freitag das Goethe-Institut in der Hauptstadt Lomé verwüstet. Die Angreifer legten im Erdgeschoss des Gebäudes Feuer, unter anderem brannte die Bibliothek völlig aus. Der Schaden wird auf rund 300.000 Euro geschätzt. Verletzt worden sei niemand, teilte eine Institutssprecherin in München mit. Die Motive der Angreifer sind unklar.

Seit den umstrittenen Parlamentswahlen vom Sonntag gibt es Unruhen in dem Land. Dabei sind nach Oppositionsangaben bislang etwa 100 Menschen ums Leben gekommen. Eine togolesische Menschenrechtsorganisation spricht von etwa 40 Toten, heißt es in französischen Medienberichten. Nach offiziellen Angaben wurden 22 Menschen getötet und mehr als 100 seit Dienstag in der Hauptstadt Lomé verletzt.

Der Sohn des verstorbenen togolesischen Präsidenten Gnassingbé Eyadéma, Fauré Gnassingbé, war am Dienstag zum Wahlsieger erklärt worden. Die Opposition wirft der Regierungspartei Wahlfälschung vor und hat ihren Kandidaten, Bob Akitani, am Mittwoch zum Wahlsieger erklärt. Die Opposition hatte am Freitag signalisiert, dass sie bereit sei, mit internationalen Vermittlern über ein Ende der Unruhen zu sprechen.

Zur Lösung der Krise in dem westafrikanischen Staat wird am heutigen Samstag eine Delegation der Afrikanischen Union in der Hauptstadt Lomé erwartet. Die Diplomaten wollen einen Weg zur Beendigung der Gewalt finden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%