Weitere Angriffe auf radikale Palästinenser geplant
In Israel regiert die harte Hand

Israel hat nach der gezielten Tötung eines Hamas-Anführers weitere Angriffe gegen militante Palästinenser angekündigt. „Das ist erst der Anfang“, hieß es am Freitag in ranghohen israelischen Sicherheitskreisen. „Wir planen schwere Gegenschläge auf die terroristische Infrastruktur.“

Reuters JERUSALEM. Auch im Gaza-Streifen seien größere Militäraktionen nicht mehr ausgeschlossen. Israelische Kampfhubschrauber hatten am Donnerstag als Vergeltung für den palästinensischen Selbstmordanschlag auf einen Bus den Hamas-Anführer Ismail Abu Schanab getötet. Die Hamas und der ebenfalls israelfeindliche Islamische Dschihad erklärten darauf ihren Ende Juni ausgerufenen einseitigen Gewaltverzicht für beendet. Israelische Soldaten suchten in Hebron, der Heimatstadt des Attentäters vom Dienstag, und in anderen Städten im Westjordanland nach Waffen. 15 Verdächtige seien festgenommen worden, teilte die Armee mit. Der Selbstmordattentäter hatte am Dienstag 20 Menschen getötet. Es war einer der schwersten Anschläge seit Beginn des jüngsten Palästinenser-Aufstands vor knapp drei Jahren.

Im dicht besiedelten und von Israel abgeriegelten Gaza-Streifen gab es bislang noch keine groß angelegten Militäreinsätze am Boden. Dies könne sich jetzt ändern, hieß es in den Sicherheitskreisen weiter. „Wir schließen größere Aktionen im Gaza-Streifen nicht aus“, hieß es. Genannt wurde Rafah, eine Stadt an der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten, wo zahlreiche Waffenschmuggler aktiv sind.

Unmittelbar nach der Tötung Abu Schanabs hatte die Hamas Vergeltung angekündigt. In einer Erklärung hieß es: „Wir rufen alle unsere Kämpfer in Palästina dazu auf, in jeder Ecke des jüdischen Staates zuzuschlagen.“

Am Donnerstagabend feuerte die Hamas nach israelischen Militärangaben mehr als ein Dutzend Granaten auf jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen. Mindestens zwei selbst gefertigte Kassam-Raketen hätten Wohnungen in Sderot im Süden Israels getroffen. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Augenzeugen berichteten von Sachschäden.

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