Weitere Blauhelmtruppen angefordert: Kongo setzt große Hoffnung auf Wahl

Weitere Blauhelmtruppen angefordert
Kongo setzt große Hoffnung auf Wahl

Im Kongo soll am 9. April erstmals eine Regierung frei gewählt werden. Die Wahl gilt unter Experten als letzte Chance auf eine Wahrung der Einheit des Landes.

KAPSTADT. Chaos, Krankheit und Zerfall – das Bild des Kongos ist ein Schreckgemälde. Doch erstmals seit der Unabhängigkeit des drittgrößten Staates in Afrika gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer. Eine Verfassung, die gerade von über 80 Prozent der Wähler gebilligt wurde, soll das Fundament für eine friedlichere Zukunft des früheren Zaire legen – nach einem der schlimmsten Bürgerkriege des Kontinents. Auf Grundlage dieser Verfassung sollen am 9. April die ersten demokratischen Wahlen seit der Loslösung des Landes von Belgien vor 45 Jahren stattfinden.

Die Bedeutung eines erfolgreichen Verlaufs der Wahl ist groß. Denn sollte der Urnengang abermals verschoben oder von Gewalt überschattet werden, könnte der Friedensprozess aus den Fugen geraten und der Kongo erneut ins Chaos stürzen. „Wir müssen schon um Afrika willen dringend Stabilität ins Herzen von Afrika tragen“, sagt der kongolesische Oppositionspolitiker Remy Masamba. „Denn wenn dies mit den Wahlen nicht gelingt, wird ein ganzer Kontinent die Folgen spüren,“ sagt der Generalsekretär der oppositionellen Union for Democracy and Social Progress.

Tatsächlich macht ein Blick in andere Länder des Kontinents wenig Hoffnung: Die Hälfte aller jüngeren Konflikte in Afrika ist binnen zehn Jahren nach ihrem Ende wieder aufgeflammt, weil auch die neuen Machthaber die Probleme ihrer Länder ignoriert haben. Symptomatisch dafür sind der anhaltende Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea, der Bürgerkrieg im Sudan, aber auch der jüngste Rückschlag in der Elfenbeinküste. Dort hat das Regime von Laurent Gbagbo gerade dem von der Uno vermittelten Friedensprozess seine Unterstützung entzogen – angeblich wegen der Parteinahme der internationalen Beobachter zugunsten der Rebellen.

Im Kongo hatte 1997 mit dem Sturz des Diktators Mobutu Sese Seko ein Bürgerkrieg begonnen, der in den folgenden fünf Jahren fast vier Millionen Todesopfer forderte. Die meisten starben an Hunger und Krankheiten. Erst als die Bodenschätze im Osten des Landes von lokalen Kriegsfürsten, aber auch den Nachbarn Uganda und Ruanda, weitgehend geplündert waren, einigten sich die Kriegsparteien 2002 auf ein fragiles Friedensabkommen. Eine Übergangsregierung wurde im Juni 2003 eingesetzt und die Macht unter den Rebellengruppen geteilt – mit dem Ziel, alle politischen Kräfte in den Prozess zu integrieren.

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