Weitere Daten versteckt
„USA sollten flehen, dass Snowden nichts passiert“

Laut Guardian-Journalist Glenn Greenwald hat sich Whistleblower Edward Snowden gut abgesichert. So soll er seine Infos an verschiedenen Orten deponiert haben – Material, das Washington erheblichen Schaden zufügen könne.
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Buenos Aires/MoskauDer ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat offenbar zu seinem Schutz Informationen an verschiedenen Orten deponiert, die veröffentlicht werden sollen, falls ihm etwas zustößt. Er habe Material, das zum Alptraum für die USA werden könnte, sagte der Journalist Glenn Greenwald vom britischen „Guardian“ der argentinischen Zeitung „La Nacion“. Snowden könne der Regierung in Washington „in einer einzigen Minute“ mehr Schaden zufügen als jede Person zuvor. „Die US-Regierung sollte sich jeden Tag hinknien und flehen, dass Snowden nichts passiert, denn wenn ihm irgendwas zustoßen sollte, würden alle Informationen enthüllt“, sagte Greenwald der Zeitung. „Und diese könnten ihr schlimmster Alptraum werden.“ Greenwald hatte Snowdens Spionage-Dokumente veröffentlicht.

Nach Greenwalds Worten hat Snowden auch detaillierte Informationen darüber, wie der Geheimdienst NSA Lateinamerika ausspäht. Ein Weg sei das Abgreifen von Daten bei einem US-Kommunikationsunternehmen, das Verträge mit den meisten südamerikanischen Ländern habe. Um welches Unternehmen es sich handelt, sagte Greenwald nicht.

Snowden hat umfangreiche Ausspäh- und Überwachungsprogramme des US-Nachrichtendienstes NSA publik gemacht. Die US-Justiz sucht ihn deshalb wegen Geheimnisverrats. In einem Versuch, weiteren Schaden abzuwenden, rief US-Präsident Barack Obama in der vergangenen Nacht Kremlchef Wladimir Putin an. Offiziell hieß es, beide Präsidenten hätten den Fall Snowden erörtert. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass Obama selbst die Initiative ergriffen habe. Details des Gesprächs nannte er nicht.

Kremlchef Putin hatte zuvor erklärt, dass Snowden nicht ausgeliefert werde und nur dann in Russland bleiben könne, wenn er aufhöre, den USA Schaden zuzufügen. Beobachter werteten das als Zugeständnis Russlands an die USA, um die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht noch weiter zu belasten. Der US-Regierung zu schaden, sei nicht Snowdens Anliegen, sagte der in Rio de Janeiro lebende „Guardian“-Reporter Greenwald. „Sein Ziel ist es, die Informationsprogramme aufzudecken, die von Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden, ohne zu wissen, dass sie sich damit entblößen und ohne dass sie bewusst zugestimmt haben, ihr Recht auf Privatsphäre aufzugeben.“

Seit dem 23. Juni hält er sich auf einem Moskauer Flughafen auf. Die Regierung von Präsident Barack Obama verlangt seine Auslieferung. Mehrere Staaten in Lateinamerika haben ihm Asyl angeboten. Unklar ist, auf welchem Wege er dorthin gelangen könnte.

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  • Ich vermute, daß sich die noch zurückgehaltenen Informationen Snowdens, "die der USA mehr schaden können, als je ein Einzelner den USA vorher in ihrer Geschichte geschadet hat" (nach Worten von GREENWALD) auf die wahren Geschehnisse um 9/11 beziehen. Wenn das bekannt würde, würden wahrscheinlich Anklagen gegen einige Expolitiker erhoben!

  • Ich möchte nicht wissen, was Snowden noch in der Hinterhand hat. Über die miesen Tricks der Eliten das Volk zu bespitzeln. Müssen ja ne Heidenangst haben, dass Sie ihre Herrschaftsrechte verlieren, sowie für Ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Nur so lässt sich die Hatz auf Snowden,oder der Schauprozess gegen Manning erklären. Denn auch Manning, der die Greuel des Irakkrieges nicht mehr ertragen konnte und damit an die Öffentlichkeit ging, wurde ohne Richterlichen Beschluss, drei Jahre in verschärfter Haft gehalten, ohne Recht auf einen Anwalt, und ausserdem noch gefoltert. Und da kommt unser Innenminister das arme Friedrichlein daher und spricht von der USA als einen Rechtsstaat und Demokratie, diese ist von Bush durch den Patriot Act und Homland Sec. Act schon längst unterhöhlt worden.

  • Auffallend oft und lautstark bezeichnet der Dumme unverstandene Themen als Blödsinn
    und behauptet gleichzeitig von sich selbst, doch schließlich nicht blöd zu sein.
    So gibt er sich, einem inneren Zwang folgend, immer wieder unfreiwillig zu erkennen
    und kann es nicht verhindern.


    ärmer neidet arm,
    dienend erheucheln Diener : sich selbst.

    Gewissen ist geworden : Hure , für Macht , durch VON MACHT ANERZOGENE MORAL . . .


    Frank Frädrich

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