Weitere Extremisten sollen getötet werden
Israel nimmt offenbar auch Arafat ins Visier

Die Kritik aus aller Welt verstummt nicht - dennoch hält Israel an seinem Kurs fest. So bleibt man bei der Ankündigung, gezielte Tötungsaktionen gegen Extremistenführer dürchzuführen. Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte, Israel plane weitere Schläge gegen die radikalislamische Hamas und andere Extremistengruppen, „um den israelischen Bürgern mehr Sicherheit zu bringen“.

HB TEL AVIV/GAZA/KAIRO. Am Vortag hatte die israelische Armee den Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin mit einem Raketenangriff getötet. Zu seinem Nachfolger rückte nach eigenen Angaben der Hamas- Sprecher Abdelasis Rantisi auf. Er wolle Jassins Strategie des Kampfes gegen Israel mit allen Mitteln fortsetzen.

Der israelische Generalstabschef Mosche Jaalon deutete an, dass auch Palästinenserpräsident Jassir Arafat zum Ziel einer israelischen Liquidierungsaktion werden könnte. Auf Fragen von Journalisten, ob Arafat oder der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, ebenfalls mit einem solchen Schicksal rechnen müssten, meinte Generalstabschef Jaalon: „Die gestrigen Reaktionen der beiden zeigen, dass es sich ihnen nähert.“ Arafat hatte davon gesprochen, das Israel jetzt „alle roten Linien“ überschritten habe. Nasrallah sagte, Israel werde „bald merken, dass es einen großen Fehler gemacht hat“.

Israel stellt sich angesichts palästinensischer Rachedrohungen auf Wochen der höchsten Alarmbereitschaft ein. Israelische Medien berichteten am Dienstag, die Polizeikräfte seien landesweit weiter verstärkt worden. Auch in israelischen Vertretungen in aller Welt seien außergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Die Palästinensergebiete wurden bis auf weiteres abgeriegelt. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, man erwarte nach der Liquidierung Jassins eine Welle schwerer Racheanschläge. Der israelische Armeesender meldete, man fürchte auch Angriffe des internationalen Terrornetzwerks El Kaida und der südlibanesischen Hisbollah-Miliz.

Israels Regierungschef Ariel Scharon schickte nach Meldungen des Armeesenders einen Sondergesandten nach Washington, um mit der US- Regierung über Scharons „einseitigen Abtrennungsplan“ im Gazastreifen zu sprechen, der einen Rückzug der Armee und Räumung fast aller jüdischen Siedlungen vorsieht.

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