Weiterer Verdächtige in Spanien gefasst
Madrid: Terroristen planten offenbar neues Blutbad

Mit der Zerschlagung der Terrorzelle des 11. März am vergangenen Wochenende ist nach Überzeugung der spanischen Polizei ein unmittelbar bevorstehender Anschlag in Madrid vereitelt worden. Die Polizei hat im Zuge der Ermittlungen einen weiteren Verdächtigen gefasst.

HB MADRID. Das Attentat sollte zu Ostern in Madrid verübt werden, hieß es am Mittwoch aus Ermittlerkreisen. Das gehe aus Unterlagen hervor, die in der Wohnung gefunden worden seien, in der sich die Terroristen am Samstagabend in die Luft gesprengt hatten. Dort waren auch einsatzbereite Bomben sichergestellt worden.

Antiterror-Experten warnten zudem, dieser kollektive Selbstmord habe möglicherweise zur Aktivierung „schlafender“ Terrorzellen in Spanien geführt, die nun bereit seien, den „Heiligen Krieg“ ihrer Glaubensbrüder in dem Land fortzusetzen.

Gerichtsmediziner bestätigten nach Rundfunkberichten unterdessen, dass sich insgesamt sieben der mutmaßlichen Attentäter des 11. März in der Wohnung im Vorort Lavapiés das Leben nahmen. Darauf deuteten weitere unter den Trümmern entdeckte Leichenreste hin.

Terror-Spur führt nach Ibiza

Die spanische Polizei hat im Zuge der Ermittlungen nach den Anschlägen des 11. März mit 191 Toten in Madrid einen weiteren Verdächtigen gefasst. Der nahe Toledo festgenommene Marokkaner soll Verbindungen zu zwei anderen Männern gehabt haben, die bereits im Gefängnis sitzen, hieß es am Mittwoch aus Ermittlerkreisen.

Nach dem kollektiven Selbstmord von sieben der mutmaßlichen Attentäter hat die Polizei derweil die Fahndung nach den noch flüchtigen Komplizen in Madrid ausgeweitet. Tausende Beamte durchkämmten den Süden der Hauptstadt und mehrere Vororte auf der Suche nach einer Wohnung, in der sich vermutlich insgesamt drei Männer versteckt halten, berichtete der Rundfunk.

Bei den Ermittlungen wurde eine Verbindung nach Ibiza festgestellt, wie die Zeitung „El Mundo“ berichtete. Der ums Leben gekommene Chef der Bombenleger und „Nummer zwei“ der Terrorzelle, der Marokkaner Jamal Ahmida alias „Der Chinese“ (33), sei eine Woche vor dem Blutbad auf die Ferieninsel gereist. Vermutlich habe er dort Drogengeschäfte abgewickelt, mit denen die Anschläge von Madrid finanziert wurden. In der Wohnung der mutmaßlichen Attentäter hatte die Polizei auch 19 000 € in bar entdeckt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%