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Weitergabe von Bankdaten an US-Fahnder: Datenschützer sind alarmiert

Politiker und Datenschützer reagieren mit Empörung auf Pläne der Europäischen Union, Bankdaten an US-Terrorfahnder weiterzugeben. Besonders ärgert die Kritiker die Eile, mit der die EU die Regeln durchsetzen will.

Datenschützer kritisieren Pläne zur Weitergabe von Bankdaten. Quelle: dpa
Datenschützer kritisieren Pläne zur Weitergabe von Bankdaten. Quelle: dpa

HB BERLIN. "Die Pläne zur unkontrollierten und heimlichen Ausspähung von Bankdaten sind völlig inakzeptabel", sagte der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix der "Berliner Zeitung" vom Samstag. Kritik gab es auch vom Datenzentrum in Schleswig-Holstein sowie bei SPD, FDP und der Linkspartei.

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Dix warnte, dass bei einer Umsetzung der Pläne Europäer damit rechnen müssten, dass viele ihrer Transaktionen von US-Behörden überwacht würden. Er forderte die Bundesregierung auf, sich den Plänen zu widersetzen. "Deutschland darf dem nicht eilfertig zustimmen", sagte er. Dix sagte, er habe den Verdacht, dass die EU die Pläne noch schnell vor dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrages durchziehen wolle, weil danach eine Zustimmung des EU-Parlaments nötig werde.

Die stellvertretende Leiterin des unabhängigen Datenzentrums in Schleswig-Holstein, Marit Hansen, sagte: "Es erstaunt, dass die EU-Kommission anscheinend die europäischen Datenschutzwerte so leichtfertig aufgeben möchte und sich als Handlanger der US-Behörden anbiedert." Der EU-Abgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler (SPD) bemängelte das Tempo: "Es gibt überhaupt keinen Grund, das Thema hopplahopp durchzuziehen."

Der FDP-Innenpolitiker Max Stadler kritisierte den mangelnden Datenschutz. "Deshalb lehnen wir das Abkommen ab", sagte er. Die Vize-Vorsitzende der Linkspartei, Halina Wawzyniak, warf den USA eine Terror-Paranoia vor. Sie warnte: "Die Gefahr ist, dass jeder Bürger, der nur einen Cent von Konto zu Konto überweist, komplett durchleuchtet wird."

Die Außenminister der 27 EU-Staaten werden am Montag grünes Licht für Verhandlungen über die Übermittlung der Daten geben, wie am Freitag aus Diplomatenkreisen in Brüssel verlautete. Der für die Abwicklung internationaler Überweisungen zuständige Finanzdienstleister Swift wollte den USA den Zugriff auf diese Daten eigentlich entziehen.

Die US-Behörden rufen die von Swift gespeicherten Bankverbindungsdaten bislang aus einem Rechenzentrum des Unternehmens im US-Staat Virginia ab. Ab dem Herbst will Swift innereuropäische Finanztransaktionen aber nur noch über Rechenzentren in Europa abwickeln, dazu wurde extra eine neue Einrichtung in der Schweiz gebaut. Nun will die EU es übernehmen, diese Daten an die US-Regierung zu übermitteln.

Zur Begründung erklärte ein ranghoher EU-Diplomat, die Analyse der Finanztransaktionen durch die US-Behörden habe sich für die Terrorfahndung als sehr nützlich erwiesen. Deshalb sollten EU-Kommission nun mit den USA über eine Weitergabe der Daten verhandeln.

Um datenschutzrechtlichen Bedenken zu begegnen, soll die Brüsseler Behörde mit Washington klären, wie betroffene Bürger sich zur Wehr setzen können, wenn sie ins Visier der US-Terrorfahnder geraten. Bislang ist nach Angaben aus Diplomatenkreisen noch nicht einmal sichergestellt, dass ein Bürger überhaupt erfährt, wenn seine Daten von den USA nicht nur gesichtet, sondern tatsächlich für Anti-Terror-Ermittlungen genutzt werden.

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