Weiterreise zu Gedenkfeiern nach Moskau
Bush unterstreicht Freiheitsanspruch

US-Präsident Bush hat sich in den Niederlanden für die nachhaltige Sicherung von Frieden und Freiheit eingesetzt. Er warb für die "Macht der Freiheit".

HB BERLIN. US-Präsident George W. Bush hat am Sonntag in den Niederlanden die Opfer des Zweiten Weltkriegs gewürdigt und die Verpflichtung der freien Welt bekräftigt, Frieden und Freiheit zu verteidigen, wo immer sie bedroht sind.

Die Tyrannen auf der Welt hätten eine Lektion erfahren, sagte Bush vor rund 10.000 Menschen auf dem Friedhof Margraten, auf dem über 8000 gefallene US-Soldaten begraben sind. «Nichts ist mächtiger als die Macht der Freiheit.» Der Präsident erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass heute wie damals Amerikaner und Europäer Seite an Seite für die Friedenssicherung wirkten - heute etwa im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten.

Anders als am Samstag bei einem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik Lettland ging Bush nicht auf die sowjetische Besetzung von Teilen Osteuropas nach dem Krieg und nur am Rande auf gegenwärtige neue Herausforderungen ein. Stattdessen erinnerte er im Angesicht des Meeres von weißen Kreuzen und Davidsternen auf dem Gräberfeld an die großen Opfer des Krieges und die persönlichen Schicksale. Ausdrücklich bedankte er sich beim niederländischen Volk dafür, dass sie den toten US-Soldaten auf ihrem Boden wie eigenen «Söhnen und Töchtern» eine Heimat gegeben hätten.

Vor Bush hatte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende in einer Rede auf dem Friedhof den Terrorismus von heute mit dem Nationalsozialismus von damals verglichen und zur Wachsamkeit aufgerufen.

Bush flog anschließend nach Moskau, um zusammen mit Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern an den dortigen Gedenkfeiern teilzunehmen. Die Feierlichkeiten, zu denen auch Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeladen ist, beginnen am Montagmorgen mit einer Militärparade auf dem Roten Platz, an der 2500 Veteranen teilnehmen. Anschließend stehen eine Kranzniederlegung am Grab des unbekannten Soldaten und ein Empfang im Kreml auf dem Programm.

Nach Ende der offiziellen Feiern will Schröder den Friedhof Ljublino besuchen, auf dem 486 deutsche Soldaten beigesetzt sind, die zwischen 1945 und 1949 in Kriegsgefangenschaft starben. Die Feiern in Moskau finden unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 20.000 Polizeikräfte sollen im Einsatz sein.

Als einziges Staatsoberhaupt der baltischen Republiken wird die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga an der Moskauer Gedenkfeier teilnehmen; die Staatschefs von Estland und Litauen, Arnold Rüütel und Valdas Adamkus, boykottieren die Veranstaltung aus Protest gegen die russische Haltung zur Annexion des Baltikums im Jahr 1945.

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