Weitgehend friedlicher Verlauf
Rekordbeteiligung am Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro

Bei dem Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro hat sich am Sonntag bei weitgehend friedlichem Verlauf eine Rekordbeteiligung abgezeichnet.

HB PODGORICA. Bereits in den ersten fünf Stunden nach Öffnung der Stimmlokale gaben fast 54 Prozent der 485.000 Stimmberechtigten ihre Stimme ab, wie die unabhängige Wahlbeobachtergruppe Zentrum für Demokratischen Übergang mitteilte. Das sei die höchste Beteiligung seit den ersten demokratischen Wahlen in den 90er Jahren in Montenegro.

„Bis auf ein paar kleine Rempeleien und verbale Streitereien hat es bei der Abstimmung keine Probleme gegeben“, sagte ein Sprecher des Zentrums, Marko Blagojevic.

Die Unabhängigkeit Montenegros würde den endgültigen Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens besiegeln. Die Montenegriner sind in der Frage, ob sie sich aus der Union mit Serbien lösen sollen, in zwei fast gleich große Lager gespalten. Die Wahllokale schließen um 21 00 Uhr. Erste offizielle Ergebnisse werden am Montag erwartet.

Die Befürworter der Unabhängigkeit könnten laut jüngsten Umfragen zwar eine dünne Mehrheit bei dem von der EU unterstützten Referendum schaffen. Für die von der EU festgelegte Mindestmarke von 55 Prozent wird es aber knapp. Die so genannten Souveränisten bestehen auf Montenegros historischem Recht auf Selbstständigkeit. Sie machen Serbien für den Stillstand der montenegrinischen Wirtschaft verantwortlich, weil Belgrad beim Versuch einer Annäherung an die Europäische Union gescheitert sei. Die so genannten Unionisten versprechen sich dagegen mehr Vorteile von der Konföderation.

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