Welt-Leitwährung
Russland stellt Rolle des Dollars infrage

Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew lässt nicht locker: Beim Treffen der Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China, das heute in Jekaterinenburg beginnt, will er das Thema einer neuen globalen Reservewährung ansprechen. Medwedjew Vorstoß richtet sich gegen den US-Dollar.

HB JEKATERINENBURG. "Dmitrij Medwedjew wird das Thema Reservewährung auf dem Bric-Gipfel zur Sprache bringen", sagte der Wirtschaftsberater des Präsidenten Arkadi Dworkowitsch. Russland treibt damit die Diskussion um einer schrittweise Ablösung des US-Dollars als Leitwährung der Weltwirtschaft voran.

Medwedjew selbst plädierte in Jekaterinenburg bei einer Konferenz für neue Reservewährungen. "Wir müssen das internationale Währungssystem stärken, nicht nur mittels einer Konsolidierung des Dollars, sondern über die Schaffung neuer Reservewährungen", sagte der russische Präsident.

Russland und auch China haben die Diskussion über eine neue Welt-Leitwährung, die die bisherige hervorgehobene Rolle des US-Dollar schwächen könnte, in letzter Zeit forciert. Beide Länder hatten zudem angekündigt, sie wollen den Anteil an US-Staatsanleihen an ihren Devisenreserven vermindern.

Im Gespräch ist ein diversifiziertes internationales Währungssystem, das sich stärker auch an anderen Währungen ausrichten sollte. Ein Vorschlag dabei ist, die Kunstwährung des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Sonderziehungsrechte (SZR), zu einer Reservewährungseinheit auszubauen. Russland hatte dieses Thema jüngst auch schon am Rande des G20-Gipfels zur Sprache gebracht.

Die Bric-Staaten wollen auf ihrem Gipfel neben stärkeren Investitionen ihrer Reserven in Währungen dieses Staatenbundes auch über bilaterale Handelsvereinbarungen sprechen. In Hinblick auf eine neue Reservewährung in Form eines Währungskorbs, wie ihn die IWF-Sonderziehungsrechte darstellen würden, sollte dieser auch den russischen Rubel, den chinesischen Yuan, Rohstoffe-Komponenten und Goldrerven enthalten, sagte ein Berater Medwedjews.

Zugleich warnte er mit Blick auf negative Folgen für die Weltwirtschaft vor Turbulenzen an den Währungsmärkten und plädierte für einen vorsichtigen Ansatz bei der Diskussion um globale Währungsfragen. Für eine vollständig freie Kursbildung für den Rubel sei das Jahr 2010 wohl noch zu früh, ergänzte er.

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