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Welt-Währungssystem: Die Welt soll weg vom Dollar

Es ist die größte Währungsreform seit langem: Die führenden Industrie- und Schwellenländer wollen neben dem Dollar auch andere Leitwährungen etablieren. Unerwünschte Geldflüsse sollen zudem kontrolliert werden.

Der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen (links) mit IWF-Chefin Christine Lagarde (rechts). Quelle: dpa
Der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen (links) mit IWF-Chefin Christine Lagarde (rechts). Quelle: dpa

Washington Die 20 wichtigsten Schwellen- und Entwicklungsländer (G20) sind auf dem Weg zu einem stabileren und weniger am Dollar ausgerichteten Welt-Währungssystem einen wichtigen Schritt vorangekommen. „Wir haben heute unsere Arbeit abgeschlossen“, sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am Donnerstag in Washington im Reuters-Interview.

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Die mit diesem Thema befasste G20-Arbeitsgruppe, die unter seinem Co-Vorsitz arbeitete, habe einen fertigen Bericht erstellt. Der soll in gut zwei Wochen von den Finanzministern in Paris diskutiert werden. „Entscheidungen werden dann auf dem G20-Gipfel in Cannes fallen“, sagte Asmussen. Die Reform des globalen Währungssystems war eines der zentralen Projekt der diesjährigen französischen Präsidentschaft in der Ländergruppe. Abgeschlossen sein wird das Thema nach den Worten von Asmussen aber noch nicht. Vielmehr werde es unter der mexikanischen G20-Präsidentschaft im nächsten Jahr weiter behandelt.

Die angepeilte Reform enthält mehrere Elemente, wie eine gewichtigere Rolle für die Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) als Verrechnungs- und Reservewährung sowie Regelungen zum Umgang mit unerwünschten, umfangreichen Kapital-Bewegungen. Kapitalverkehrskontrollen sollen Asmussen zufolge erst als allerletztes Mittel hingenommen werden, um schädliche Folgen von einer Volkswirtschaft abzuwenden. „Wie wir ausgearbeitet haben, wird es eine Hierarchie von Elementen geben, wie mit solchen Kapitalbewegungen umgegangen werden soll“, sagte er.

Als erstes sollte mit einer „sauberen Makropolitik“ reagiert werden, als zweites mit Regulierungen am Finanzmarkt. „Und dann erst als aller-, allerletztes Mittel kann es Kapitalverkehrskontrollen in einem multilateralen Rahmen geben“, betonte Asmussen. Diese sollten zudem nur temporär möglich sein. „Das ist der Bericht der Arbeitsgruppe.“

Der Dollar ist derzeit die Leitwährung. Quelle: Reuters
Der Dollar ist derzeit die Leitwährung. Quelle: Reuters

Langfristiges Ziel bleibe ein freier Kapitalverkehr, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind - etwa in Form eines stabilen Finanzsektors. Beim Ausbau der Sonderziehungsrechte als Abrechnungswährung im internationalen Bereich geht es um die Erweiterung des aktuellen Währungskorbes dahinter, der bislang aus dem US-Dollar, dem Euro, dem Yen und dem britischen Pfund besteht.

Gedacht wird hierbei insbesondere an die chinesische Währung. Allerdings kann die nach Asmussens Worten „noch nicht“ als eine echte globale Währung gesehen werden. Die Arbeitsgruppe setze dafür weiterhin zwei entscheidende Kriterien: eine möglichst freie Nutzbarkeit der entsprechenden Währung und umfassende Verwendung im Handelsverkehr. Zudem sei man sich einig, dass eine Währung langfristig flexibel sein müsse - also nicht mit fixierten Wechselkursen operiert wird.

Der Euro-Anteil an den Welt-Währungsreserven stieg in zehn Jahren um 8 Prozent. Quelle: dpa
Der Euro-Anteil an den Welt-Währungsreserven stieg in zehn Jahren um 8 Prozent. Quelle: dpa

Schließlich verabredete die Gruppe nach Asmussens Worten Grundsätze, wie der IWF mit regionalen finanzpolitischen Einrichtungen, wie dem europäischen Rettungsschirm EFSF, zusammenarbeiten soll. „Wir haben uns in der Arbeitsgruppe mehr auf längerfristige strategische Ansätze konzentriert, wie wir uns Stück für Stück in Richtung eines stärker multipolaren Währungssystems bewegen können“, sagte Asmussen.

Das aktuelle System ist durch die Leitwährung US-Dollar geprägt. Derzeit werden etwas mehr als 60 Prozent der weltweiten Währungsreserven von zuletzt 9,6 Billionen Dollar in US-Währung gehalten, 26 Prozent in Euro und rund vier Prozent in Yen. Vor zehn Jahren war der Dollar-Anteil noch um zehn Prozentpunkte höher, der Euro-Anteil fast acht Punkte geringer.

  • 23.09.2011, 10:56 UhrAS1

    Ich denke, die USA werden alles tun, damit ihr Dollar nicht noch mehr in Bedrängnis kommt. Die US-Ratingagenturen wetzen schon wieder die Messer, als vorderste Seerspitze und Ausputzer, wenn es erneut gegen Europa geht.

  • 23.09.2011, 09:12 UhrStubi

    Genial :-)))

    USD - wird fleissig und endlos gedruckt, gigantische Schulden
    Euro - am Ende, EU wird zerfallen, gigantische Schulden
    Pfund - am Ende, da GB voellig ueberschuldet
    Yen - mehr Schulden hat keine Nation

  • 23.09.2011, 09:03 UhrBuerge-r

    Asmussen ist die Inkarnation des Schreibtischtäters. Er mag über profundes Wissen im Finanzmarkt verfügen aber auch die früheren Schreibtischtäter waren ja oft Experten auf ihrem Gebiet. Dieser gewissenlosen Finanzbetrüger-Sprechpuppe und Zeitgeist-Lemming den Posten eines Jürgen Stark zu geben, ist eine Verhöhnung von Stark und allem wofür er stand und diesen Fips jetzt am internationalen Finanzdesaster weiter rumschrauben zu lassen gemeingfährlich.

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