Weltbank-Chef
Zoellick sieht Deutschland in der Pflicht

Weltbank-Chef Zoellick stärkt den Deutschen den Rücken in Fragen des Krisenmanagements. Deutschland müsse aber als führende Wirtschaftsmacht auch die Führung übernehmen und Europa aus der Krise führen.
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WashingtonDeutschland kommt nach Ansicht von Weltbank-Chef Robert Zoellick die historische Aufgabe zu, Europa aus der Krise zu führen. "Die Geschichte hat Deutschland eine Rolle zugeteilt, die nicht leicht auszufüllen ist", sagte Zoellick am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Washington. Deutschland habe aber keine andere Wahl, als sein Gewicht als Europas führende Wirtschaftsmacht einzusetzen. Die Entscheidungen in dieser Krise könnten nur von den Europäern getroffen werden, und Deutschland müsse die Führung übernehmen.

Zugleich unterstützte Zoellick die deutschen Forderungen nach einem Spar- und Konsolidierungskurs. Er sei der Ansicht, dass die "Deutschen recht haben" mit der Betonung der Notwendigkeit von "Finanzkonsolidierung und Strukturreformen", sagte der Ökonom. Es gebe weiterhin ein "Set möglicher Lösungen", allein mit mehr Geld lasse sich die Krise aber nicht lösen. Länder wie Spanien und Italien müssten für ernsthafte Reformbemühungen jedoch Unterstützung erfahren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Wir sollten so wie UK agieren: Viel Wind machen, immer ein opting-out als Hintertür offen lassen und vor allem einen Beitragsrabatt wie Thatcher fordern: I want my money back!
    Dann übernehmen wir die Führung und bezahlen kann dann Frankreich...

  • Führung übernehmen...Klingt doch gut. Dann bringt man also weiterhin die Nachbarn gegen sich auf, führt Ihnen deren Unvermögen vor Augen und diktiert Ihnen die notwendigen Reformen, um Europa weltweit wettberwerbsfähig zu halten. Ob die Nachbarn dort mitspielen? Ich wage es zu bezweifeln, ist deren "Solidaritätssinn" doch ausschliesslich durch jahrzehnte langes Nehmen geprägt. Zudem unternimmt dort anscheinend niemand den Versuch, auch nur Absatzweise die deutsche Befindlichkeit zu verstehen. Ich öffne deshalb jetzt das erste Bier und sage "Prost" zu dem Europa der gegenseitigen "Solidarität". Wer solche Nachbarn hat, braucht sich seine Feinde nicht mehr zu suchen,

  • "Es gebe weiterhin ein "Set möglicher Lösungen", allein mit mehr Geld lasse sich die Krise aber nicht lösen. Länder wie Spanien und Italien müssten für ernsthafte Reformbemühungen jedoch Unterstützung erfahren."

    Stimmt.

    Die erfahren sie ja bereits.

    Die EZB hat für etwa 150 Milliarden ihre Staatsanleihen gekauft, als die sonst niemand haben wollte.

    We mehr Unterstützung will muß aber seine Strukturreformen weitertreiben.

    Bloß - dann braucht er sie nicht mehr. :)

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    Hinweis an den Redakteur:

    "set" heißt in diesem zusammenhang auf Deutsch "Menge".

    Etymologisch und semantisch noch getreuer wäre in diesem Fall eine Übersetzung als ein "Satz möglicher Lösungen" gewesen.

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