Weltbank sieht enormen Aufholbedarf
Brasilien baut Infrastruktur aus

Brasiliens Regierung investiert massiv in die Verkehrswege Südamerikas. In sieben Nachbarländern startet die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva große Infrastrukturprojekte. „Wir holen heute bei Südamerikas Erschließung das nach, was die USA im 19. Jahrhundert auf ihrem Gebiet gemacht haben“, erklärt Außenminister Celso Amorim. Die Integration Südamerikas unter Brasiliens Führung sei das wichtigste außenpolitische Projekt der Regierung Lula: „Bessere Infrastruktur in Südamerika nützt allen Ländern.“

SAO PAULO. Die Weltbank hat in einem aktuellen Report großen Aufholbedarf auf diesem Gebiet ausgemacht. Die katastrophale Verkehrssituation Südamerikas belastet zunehmend die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Während in Industrieländern die Transportkosten durchschnittlich zehn Prozent des Produktpreises ausmachen, liegen die Kosten in Südamerika nach Berechnung der Weltbank zwischen 15 (Chile) und 35 Prozent (Peru).

Auch die Qualität der Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Nur ein Drittel der Fernstraßen Lateinamerikas ist in gutem Zustand, in Peru und Ecuador sind es sogar nur acht Prozent der Landstraßen.

Um Infrastrukturlücken zu schließen, finanziert Brasiliens Regierung jetzt so unterschiedliche Bauprojekte wie Gaspipelines in Argentinien, U-Bahn-Linien in Chile und Venezuela oder Wasserkraftwerke in Ecuador (siehe „Die größten Projekte). Hinzu kommen Fernstraßen im Innern Südamerikas, die erstmals Atlantik und Pazifik verbinden sollen. Allein 1,15 Mrd. Dollar fließen nach Venezuela, wo brasilianische Konzerne eine U-Bahn, Wasserkraftwerke und Brücken bauen. Peru profitiert von einer neuen Fernstraße aus Brasiliens Westen bis zu den Pazifikhäfen, die etwa 800 Mill. Dollar kosten wird. In Argentinien finanziert Brasilien Gaspipelines für 760 Mill. Dollar, in Ecuador fließen 430 Mill. Dollar in zwei Kraftwerke und möglicherweise auch in einen Flughafen. Aber auch für Paraguay, Bolivien und Chile sind jeweils über 100 Mill. Dollar eingeplant.

Brasiliens nationale Entwicklungsbank BNDES hat für die Initiative insgesamt 2,6 Mrd. Dollar vorgesehen, von denen bereits 1,1 Mrd. Dollar ausgezahlt wurden. Auch die staatliche Banco do Brasil stellte Exportfinanzierungen von 900 Mill. Dollar bereit. Minister Amorim erwartet, dass sich der Auftragswert der 31 geplanten Projekte bis Ende 2006 noch verdoppeln könnte – auf 4,4 Mrd. Dollar, die bis 2010 investiert würden.

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