Weltbank verdoppelt Ausgaben für erneuerbare Energien
Schröder ruft zur Energiewende auf

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat eine globale Energiewende hin zu einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien gefordert. Ganz ähnlich hat sich am Donnerstagmorgen auch der britische Premier Tony Blair geäußert, der per Video bei der Weltkonferenz für erneuerbare Energien in Bonn zugeschlatet war.

HB BONN. Die einseitige Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl müsse reduziert werden und erneuerbare Energien müssten weltweit eine weit wichtigere Rolle spielen, sagte Schröder am Donnerstag bei der Internationalen Konferenz für erneuerbare Energien in Bonn. „Hohe Energiepreise, wie zum Beispiel derzeit beim Erdöl, verbauen weltweit die Chancen für wirtschaftliche Entwicklung.“ Sie bedrohten den Aufschwung in entwickelten Volkswirtschaften , und behinderten zudem die Bekämpfung von Armut und Hunger. Gerade die politischen Unsicherheiten im Irak und die Anschläge in Saudi-Arabien zeigten, wie wichtig eine Energieversorgung sei, die auf möglichst verschiedene Energieträger setze. Die erneuerbaren Energien müssten dabei eine größere Rolle spielen. Allerdings müssten ihre Kosten erheblich gesenkt werden.

„Die aktuelle Entwicklung zeigt uns die Notwendigkeit auf, belastbare Absprachen zu einer Umorientierung der globalen Energiepolitik zu treffen“, sagte Schröder. Es sei höchste Zeit, „dass wir unseren Worten und Absichtserklärungen Taten folgen lassen“. In Bonn müsse ein Aktionsprogramm beschlossen werden, das weltweit den Ausbau von erneuerbaren Energien voran bringe, vor allem in den energiearmen Entwicklungsländern. Auch die private Wirtschaft sei mit Initiativen gefordert. Der Ausbau der erneuerbaren Energien stelle einen großen Zukunftsmarkt dar, der Investitionen lohne. In Deutschland arbeiteten bereits 120 000 Menschen in diesem Bereich, der weiter ein Wachstumsmarkt sei.

„Der effiziente Einsatz der Energieträger und der Ausbau erneuerbarer Energien sind die Doppelstrategie für weltweit nachhaltige Energieversorgung“, sagte der Kanzler. Dabei müsse die Energieeffizienz drastisch erhöht werden. „Das ist unsere Antwort auf die gestiegenen Ölpreise.“ Schröder verwies darauf, dass den Entwicklungsländern durch den hohen Ölpreis nach Expertenschätzungen Mehrkosten von rund 60 Mrd. Dollar entstehen. Das sei so viel wie derzeit weltweit an Entwicklungshilfe ausgegeben werde. Die Anschläge auf Öleinrichtungen und in der Ölindustrie tätige Menschen in Saudi-Arabien machten aber auch den entwickelten Ländern ihre Verwundbarkeit durch die Öl-Abhängigkeit der Weltwirtschaft deutlich. Erneuerbare Energien dezentral nutzbar zu machen, sei daher ein Gebot der Sicherheit in der Welt. Zudem spreche die Klimaproblematik, die mit Abstand größte Umweltgefahr, dafür.

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