Welternährungsgipfel und Ecofin
Lebensmittelpreise sind Top-Thema

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zur Eröffnung des Welternährungsgipfels in Rom "kühne und wichtige Maßnahmen" im Kampf gegen die Nahrungsmittelkrise und den Hunger in der Welt verlangt. Auch die EU-Finanzminister in Luxemburg beraten über Lebensmittelpreise. Derweil wird in Deutschland im Zuge des Milchboykotts frisch gemolkene Milch auf dem Acker versprüht.

HB ROM. "Um den Hauptursachen dieser globalen Ernährungskrise zu begegnen, wollen wir verbindliche Verpflichtungen für die Zukunft", sagte Ban Ki Moon am Dienstag vor den Staats- und Regierungschefs aus mehr als 40 Ländern.

Die verschärfte Krise um die explodierenden Lebensmittelpreise sei auch eine Chance, frühere Strategien zu überdenken, erklärte der Uno-Generalsekretär. Während gegen die hohen Preise sofort etwas getan werden müsse, sei es langfristig auch wichtig, die weltweite Lebensmittelsicherheit zu verbessern. "Hunger nährt Wut, sozialen Zerfall, Krankheiten und wirtschaftlichen Niedergang", warnte er.

Die Finanzminister der Europäischen Union kamen am Dienstag in Luxemburg zusammen, um erstmals über den Höhenflug der Lebensmittelpreise zu diskutieren. "Wir werden die entstandenen Probleme diskutieren, die Lebensmittel- und Ölpreise in Europa und der ganzen Welt", sagte der slowenische Finanzminister Andrej Bajuk, der gleichzeitig dem Ministerrat vorsitzt.

Die Lebensmittelpreise in der EU haben im April im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres um 7,1 Prozent zugelegt. Sie trugen erheblich zum Anstieg der Inflationsrate bei, die im Eurogebiet im Mai nach ersten Schätzungen bei 3,6 Prozent lag. Das waren die höchsten Raten seit Einführung des Euro am 1. Januar 1999.

Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Für Reis, Mais und Weizen müssen Rekordsummen bezahlt werden. In einigen Entwicklungsländern, wo die Menschen zum Teil die Hälfte ihres Einkommens für Ernährung ausgeben müssen, ist es zu Protesten und Krawallen gekommen.

Bereits vor der Eröffnung des Welternährungsgipfels wurde über die Rolle der Biotreibstoffe gestritten. Die Hilfsorganisation Oxfam macht deren zunehmenden Einsatz für 30 Prozent der Preiserhöhungen verantwortlich.

Der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano sagte zur Eröffnung des Gipfels, angesichts der dramatischen Krise sei "eine koordinierte weltweite Politik" dringlich. Die Entwicklung treffe vor allem arme Länder, inzwischen seien fast eine Milliarde Menschen unterernährt.

Seite 1:

Lebensmittelpreise sind Top-Thema

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%