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Das digitale Zukunftslabor Italiens

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Suchmotor für Leihbusse

Sieger des „Digithon“ 2017 ist das römische Start-up „BusRapido.com“. Vor zwei Jahren hat Roberto Ricci zusammen mit zwei Freunden das Start-up entwickelt: der erste Suchmotor in Italien zum Leihen von Autobussen und Minibussen mit Fahrern. Online kann man Angebote vergleichen und die beste Lösung für Gruppenreisen finden. Roberto kam auf die Idee, weil er während des Studiums an der römischen Universität LUISS ausländische Kommilitonen betreute und viele Gruppenreisen organisierte.

„Ein schönes Projekt, sie haben mit Abstand am meisten Stimmen erhalten, auch beim Votum im Netz“, sagte Boccia. „Sie sind mutig, denn sie kommen auf einen Markt, über den gerade wegen Flixbus viel diskutiert wird.” Die Jungs von BusRapido.com würden keine Räder auf eine Plattform setzen, sondern die Technik verfeinern und jedem dazu verhelfen, mit bereits bestehenden Firmen ein Transportmodell zu entwickeln.

100 teilnehmende Start-ups, 200.000 Visualisierungen und 12.000 Stimmen im Netz – „Digithon“ hat sich im zweiten Jahr etabliert. „Wir bringen bei digitalen Strategien die wirtschaftliche, die technische und die kreative Perspektive zusammen“, erklärt Boccia, der auf dem Platz vor dem Stauferschloss viel befreiter wirkt als bei den stundenlangen Haushaltsdebatten im Parlament. Die Zusammenarbeit nicht nur mit Finanziers und Unternehmen, sondern auch der Universität und dem Polytechnikum von Bari als Inkubatoren hat sich eingespielt. In ganz Italien ist man auf die Hightechschmiede Apulien aufmerksam geworden. Doch auch 2018 soll der „Digithon“ wieder in Bisceglie stattfinden. „Ich hänge an dieser Region“, gibt Boccia zu.

Und doch, einer stahl am Ende sämtlichen Start-ups und Prominenten die Schau: Valerio Di Luzio aus Bisceglie. Acht Jahre alt und Erfinder. Er präsentierte auf der Piazza seine App mit dem Namen „Zanzarapp“, für die er einen Sonderpreis erhielt.

„Wenn eine Mücke näher kommt, gibt die App ein Signal und lokalisiert das Insekt durch Sensoren und zeigt an, wo es viele gibt und wo nicht”, erklärt Valerio ein bisschen aufgeregt im örtlichen Fernsehen. „Meine App gibt dir auch Tipps, um die Mücken dann loszuwerden und einen ruhigen Sommer zu verbringen und ist geeignet für alle Smartphones und Tablets.“ Das klingt schon ganz schön professionell. Ivanka, Madonna und die restlichen Urlauber können das gleich ausprobieren.

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Regina Krieger
Regina Krieger
Handelsblatt / Korrespondentin

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