Weltgeschichten unserer Korrespondenten

Weltgeschichte
Die neue Hauptstadt des feinen Essens

Immer mehr kalifornische Spitzenrestaurants bieten nur noch Komplett-Menüs an - mit Preisen von 400 Dollar pro Person und mehr. Selbst die Tacos sind nicht mehr das, was sie mal waren im Silicon Valley.
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San FranciscoVier Jahre dauerte die Renovierung, und sie war nicht billig. Die neue Küche des 3-Sterne-Restaurants „The French Laundry“ von Starkoch Thomas Keller in Yountville im Napa Valley verschlang rund zehn Millionen US-Dollar. Sie ist nicht nur von norwegischen Stardesignern auf maximale Optik und höchste Effizienz getrimmt. Sie ist Teil eines Masterplans der amerikanischen Restaurantelite, die mit den New-Economy-Milliarden in das Silicon Valley gezogen ist und selbst New York und Las Vegas verschämt die Kochlöffel niederschlagen lässt.

Am Mittwoch vergangener Woche stand mit zweiwöchiger Verspätung die Veröffentlichung des 2018er „Michelin Guide San Francisco Bay Area & Wine Country“ an. Die Verspätung war den fürchterlichen Feuersbrünsten im Napa Valley geschuldet. Es waren 40 Menschen ums Leben gekommen und die Überlebenden hatten anderes zu tun, als sich um Schlemmertempel zu kümmern. Außerdem war nicht klar, ob alle der lokalen Farmen überlebt hatten, bei denen sich viele der Restaurants mit Frischware eindecken. Das Warten hat sich gelohnt. Restaurants wie die French Laundry mussten nur einige Tage wegen Stromausfalls schließen und das Silicon Valley kann einen weiteren Sieg verbuchen.

Insgesamt 55 Sterne-Restaurant gibt es mittlerweile im Tal der digitalen Goldgräber und alleine sieben davon sind mit drei Sternen ausgezeichnet. Das ist die höchste Auszeichnung, die Michelin vergibt. Damit lassen die digitalen Nerds erstmals die spesenverwöhnten Wall-Street-Banker aus New York mit sechs 3-Sterne-Restaurants hinter sich, dann folgt Chicago mit drei. Insgesamt gibt es nur 100 Restaurants mit drei Michelin-Sternen weltweit, sieben davon sind jetzt in Nordkalifornien.

Ein Tisch im Wako war erst für Donnerstag in zwei Wochen zu bekommen. Schneller ging nicht. Das intime Sushi-Restaurant in San Franciscos Clemet Street mit fünf Tischen und einer Sushi-Bar hat einen Michelin-Stern und ist eine der gefragtesten Adressen für traditionelle japanische Küche. Und was früher nur bei 3-Sterne-Restaurants üblich war, zieht mittlerweile in den unteren Kategorieren ein. In der 2017er-Ausgabe des Michelin steht zwar noch, dass auch Gäste für ein schnelles Sushi a la carte willkommen sind, doch das ist Vergangenheit.

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Die neue Hauptstadt des feinen Essens

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Wein im Wert von 2,6 Millionen Dollar

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