Weltklimakonferenz Kein Grund zur Selbstzufriedenheit

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Wo sich Angela Merkel selbstkritisch gibt

„Das Ziel, den Anstieg der Temperatur auf unter zwei Grad – am besten in Richtung 1,5 Grad – zu beschränken, dieses Ziel wird mit dem jetzigen Zustand nicht erreicht“, gibt sich die Kanzlerin in ihrem aktuellen Video-Podcast selbstkritisch. Seit den 1990er-Jahren, in denen sie selbst Umweltministerin gewesen sei, habe sich die Dringlichkeit verändert, so Merkel. „Die Dringlichkeit – ich glaube, wir merken das alle an den Naturkatastrophen – ist groß.“

Merkel sieht vor allem die Industrieländer – und damit auch Deutschland – in der Verantwortung dafür, „dass sich die Dinge ändern“. Die hochentwickelten Industrieländer hätten die Aufgabe, technische Innovationen zu finden und Umwelttechnologien nach vorne zu bringen. Es gelte, den industriellen Kern in die Zukunft hinein zu entwickeln, ohne Arbeitsplätze zu verlieren.

Deutschland habe seine Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2010 um 20 Prozent reduziert und sich dasselbe Ziel für die zehn Jahre bis 2020 gesetzt, sagte Merkel. In den Sondierungsgesprächen werde darum gerungen, wie noch mehr Maßnahmen ergriffen werden könnten, um zu versuchen, dieses 2020er-Ziel zu erreichen. Konkret sprach sie davon, Elektromobilität und alternative Antriebe „mit Macht“ voranbringen zu wollen. Mit Blick auf die Gebäudedämmung sprach sie von einem „schlafenden Riesen“. „Hier werden wir wieder dafür werben, dass wir endlich auch steuerliche Anreize haben.“

Zur Kohle äußerte sich Merkel nicht weiter. Eine am Samstag veröffentlichte Kurzanalyse der Berliner Denkfabrik „Agora Energiewende“ ergab, dass Deutschland kurzfristig die 20 ältesten Braunkohlekraftwerke stilllegen könnte, ohne dass die Versorgungssicherheit gefährdet wäre. Über diese Frage hatten sich die Sondierungsparteien in den vergangenen Tagen heftig gestritten. Die Grünen hatten in ihrem Wahlprogramm angekündigt, die 20 schmutzigsten Braunkohlekraftwerke zügig stillzulegen, Union und FDP waren bislang dagegen. Braunkohle ist einer der größten CO2-Verursacher.

Der Report „Globales Kohlenstoff-Budget“ wurde von 76 Wissenschaftlern von 57 Forschungsinstituten in 15 Ländern zusammengestellt. In diesem Jahr erscheint der Bericht zum zwölften Mal und wird vom Global Carbon Project herausgegeben.

Das erste Opfer des Klimawandels
Der pazifische Inselstaat heute
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Am Strand von Tabiteuea im Norden der Hauptinsel Tarawa auf Kiribati schwimmen Kinder im Licht der untergehenden Sonne. Quelle: Urs Wälterin

Trügerische Idylle
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Stimmen die Prognosen der Wissenschaftler, dürfte Kiribati als erste Nation der Welt dem Klimawandel zum Opfer fallen. Quelle: Urs Wälterin

Kiribati
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Diese Brücke wurde vom Meer einfach weggespült, erzählt der junge Mann. Beton und Stahl gegen die steigende Flut, die hämmernden Wellen haben sie keine Chance. Dabei sei das erst der Anfang, warnen Fachleute. Quelle: Urs Wälterlin

Gefährliches Meer
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Das Meer frisst sich wie ein Krebsgeschwür ins Land, es sickert in Gärten, Baumplantagen. Salz und Pflanzen, das geht nicht zusammen. Palmen Lieferanten von Kokosnüssen sterben ab. In getrockneter Form werden sie zu Kopra verarbeitet, dem wichtigsten Exportprodukt von Kiribati. Quelle: Urs Wälterlin

Abfall als Schutzwall
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Die Menschen schützen sich mit dem, was sie haben. Sie bauen Seedämme, Schutzwände, um das eindringende Wasser abzuhalten, so gut es eben geht. Sie verwenden Korallenschutt, auch Beton. Und Abfall. Müllsäcke, Konservendosen, Babywindeln, Tierkadaver, Autowracks. Quelle: Urs Wälterlin

Anote Tong
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Anote Tong vor seinem Haus, im Hintergrund das Meer. Es wird alles viel schlimmer, als meine Leute hier glauben, sagt er. Klimaskeptiker, die es besser wissen müssten, vergleicht er mit Kriminellen. Quelle: Urs Wälterlin

Das Trinkwasser
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Amon Timan fischt Müll aus Wasser vor seinem Strand. Hinter den Bäumen, nur gerade etwa zwei Meter unter dem Meeresspiegel, liegt die Trinkwasserlinse. Er sei dankbar, sagt der 68jährige: das Wasser noch nicht so brackig ist wie an anderen Orten in Kiribati. „Ich hoffe, das bleibt weiter so“. Quelle: Urs Wälterlin

Erst vor knapp zwei Wochen hatten Forscher berichtet, dass die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre noch nie so schnell gestiegen ist wie im vergangenen Jahr. Das habe neben den Aktivitäten der Menschen vor allem auch am Wetterphänomen El Niño mit seinen erhöhten Ozeantemperaturen und Dürren in den Tropen gelegen, hatte die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf mitgeteilt.

Dadurch konnten Ozeane und zum Beispiel Wälder nicht so viel klimaschädliches Kohlendioxid aufnehmen wie in anderen Jahren. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre betrug nach Angaben der WMO 403,3 Teilchen pro Million Teilchen (ppm), verglichen mit 400 ppm im Jahr davor. Und vor einer Woche teilte die Organisation mit, dass 2017 „sehr wahrscheinlich“ zu den drei heißesten bisher gemessenen Jahren gehören wird.

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12 Kommentare zu "Weltklimakonferenz: Kein Grund zur Selbstzufriedenheit"

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  • Ich sehe die Leute sich eher vor der Natur schützen .
    Kleidung , Heizung , Klimaanlagen !
    Eine kalte Nacht , kann unser gesamtes Verkehrssystem zum Stillstand bringen.
    Das ist Klimawandel den ich jetzt jeden Morgen unangenehm spüre und deswegen wieder bis März. 18 in wärmere Gefilde ausweiche !

  • Hallo Herr Klahrin, ich denke sie vermischen Umweltschutz und Klimaschwindel. Ersterer ist ein Vorteil für die Menschen wenn dieser verantwortungsvoll betrieben wird, letzterer ist eine sehr destruktive Religion.

    Zur Information..

    - Die Venus kreist zig - Millionen Km näher um die Sonne als die Erde, hat eine völlig andere Atmosphäre und kein Wasser das die Oberflächentemperatur der Erde bestimmt.
    - Der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre liegt bei ca. 21%...210.000ppm, CO2 ist ein Spurengas das mit etwa 400ppm in der Atmosphäre vertreten ist. Eine Verdoppelung des CO2 Gehalts hätte keine Auswirkung auf den Sauerstoffgehalt.
    - Den CO2 Gehalt in der Luft kann man seit 200 Jahren recht genau messen. Dieser schwankt regional, jahreszeitabhängig und auch mit dem EL NINO Effekt.

  • Ziemlich einseitg die Kommentare hier....
    Vielleicht hat man das ja auf der Venus auch irgendwann mal gesagt....
    Also der, der wirklich behaupten will, dass viel CO2 in der Atmosphäre völlig unschädlich und egal ist und erst recht nicht zu einem Klimawandel beiträgt, der sägt am Ast auf dem er sitzt. Wenn man schon nicht an den Klimwandel glaubt, dann sollte man doch zumindest zur Kenntnis nehmen, dass wir neben steigenden CO2 auch fallende Sauerstoffwerte haben. Denn Regenwälder werden gerodet... Der Natur schaden die Schadstoffe in der Luft und man muß nur mal in China die Gesundheitsstatistiken anschauen in den tollen boomenden Smog-Städten. Wir schaden uns allen selbst damit. Und wenn das kein Grund für Naturschutz und Luftreinhaltung ist, dann weiss ich auch nicht. Klar ist es schwer, fair zu messen und zu bewerten...da rechnen sich viele schön. Aber wo soll man den anfangen? Das konnte mir alternativ noch kein Meckerer beantworten. Und...es gibt ja mittlerweile Satelliten, die CO2 gehalt und O2 gehalt und viele weitere Luftbestandteile zuverlässig messen...soviel dazu.

  • Europa schießt sich in seiner Euphorie die Welt zu retten, selbst seine Knie kaputt, und die Welt läuft lachend an uns vorbei.

  • Der weltweite Energieverbrauch und damit die CO2 Emissionen stiegen im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte um 1,7% jährlich. Das ist ein Segen für die Menschheit da immer mehr Menschen die Errungenschaften des Industriezeitalters, ein gesundes langes Leben, Klimaanlage und Auto geniessen können. Gerade im Sinne von Milliarden Afrikanern und Indern ist es zu wünschen das sich diese Entwicklung fortsetzt, bzw. beschleunigt.

    In den Altindustriestaaten ist die Ökoreligion populär. Diese Religion propagiert eine verarmte, mittelalterliche Gesellschaft. Der weisse Mann ist das Übel dieser Welt. Wohlstand für Alle ist dieser Religion ein Graus. Gem. der Religion führt das frevelhafte Tun der Menschen in den Weltuntergang durch "Endliche Rohstoffe" (70er Jahre), "Waldsterben" (80er Jahre), "Ozonloch" (90er Jahre) und aktuell durch den "Klimawandel".

    Der "Klimawandel" beruht auf einer dürftigen wissenschaftlichen Hypothese die sich WWF/Greenpeace und später viele Politiker der Altindustriestaaten zu eigen gemacht haben. Eine Analyse der Schwachstellen findet man meinerseits unter "Bürger für Technik...Schwachstellen der Hypothese vom Klimawandel"

  • Herr Europaeer...der profane Grund warum man in Deutschland Kohle und Braunkohle verstromt, ist dass importierte Steinkohle als Brennstoff im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre 1/2 soviel kostet wie Gas und Braunkohle 1/4 so teuer ist als Erdgas. Deutschlands Existenzgrundlage ist die Industrie und viele der gutzahlenden Branchen sind energieintensive Branchen.

    Der profane Grund warum viele Menschen am Verbrennungsmotor hängen ist dass dieser eine geniale individuelle Mobilität ermöglicht.

    Das mag aus Sicht der Ökoreligion frevelhaft sein, aber viele Menschen hängen eben am heutigen Leben.

  • diese Klimakonferenz wird wieder einmal von Deutschland finanziert und bringt
    überhaupt nichts zustande. Kostet nur Millionen - wie heißt es so schön von den
    Grünen " am deutschen Wesen soll die Welt genesen"
    Das Klima verändert sich, erst war es ozon jetzt ist es Co2, aber liegen die
    Probleme vielleicht woanders. Schon lange nicht mehr soviel Halbwissen erlebt
    wie in Bonn, Die Deletanten unter sich dazu Greenpeece usw.

  • @Marcel Europaeer

    Ach ja? Welche Wissenschaftler denn? So das Format von Claudia Kemfert, entschuldigung, jetzt ja Frau Prof. Kemfert! Die Frau hat nicht die geringste Ahnung wovon sie redet, sie äussert sich als Ökonomin zum Thema. Das passt zu unserem Prof. Dudenhöffer, der den Diesel beerdigen will, aber keinen thermodynamischen Kreisprozess kennt!

    Sind das wirklich DIE Wissenschaftler?

  • Ach ja noch was: Ausser solchen Schätzungen aus den Daten der Staaten (Inhalt also 0, wenn verbindlich nachgefragt würde, dann würden alle eben weniger emittieren, selbst wenn die Kraftwerke daneben rot glühen....)

    Es gibt nicht mal ein Emissions-Mess-System. Das kann man mit Fernerkundung für einen Appel und ein Ei heute haben. Stattdessen fliegen alle auf ganz wichtige Konferenzen! Und machen Karriere damit und holen sich steuerfreie UN-Bezüge! Es ist nur noch Comedy!

  • Nicht schon wieder die 1990-Lüge!

    Dieser Rückgang ist einzig und allein der Zusammenbruch der DDR-Industrie! Und der war nicht geplant. Ergo: nach einem viertel Jahrhundert CO2-Reduzierung in Deutschland ist nichts, aber auch gar nichts rausgekommen!

    Deutschland ist damit aber noch Vorreiter (mit Ausnahme USA, die haben wirklich eine Reduktion, wenn auch von einem lächerlich hohen Niveau aus). Also unterm Strich: die Emissionen steigen weiter an, sind hoch wie nie! Und dann redet irgendjemand von irgendwelchen Zielen, die Erderwärmung zu stoppen! Wieviel Dummheit geht eigentlich noch? Stand jetzt werden die fossilen Brennstoffe aufgebraucht, je schneller wir das machen, desto geringer ist die Weltbevölkerung wenn die dann tatsächlich zur Neige gehen (und das Hauen und Stecken losgeht).

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