Weltkriegs-Gedenken in Moskau
Merkel fährt nicht zur Militärparade

Mit einer traditionellen Militärparade in Moskau gedenkt Russland am 9. Mai dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bundeskanzlerin Merkel wird nicht teilnehmen. Sie hat Präsident Putin wegen des Ukraine-Konflikts abgesagt.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel wird nicht an der offiziellen Feier Russlands zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren teilnehmen. Stattdessen wird sie in Moskau einen Tag später am 10. Mai zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten niederlegen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin mit. Diesen Vorschlag habe Putin akzeptiert. Sollte Merkel zu den polnischen Feierlichkeiten am 8. Mai eingeladen werden, werde sie dies „wohlwollend prüfen“, fügte Seibert hinzu.

Angesichts der Entwicklung in der Ukraine sei es für die Bundeskanzlerin nicht angemessen, am 9. Mai der traditionellen Militärparade Russlands auf dem Roten Platz beizuwohnen, begründete Seibert die Absage. Russland feiert mit dieser Militärparade jedes Jahr den Sieg über Deutschland. Die USA und die EU haben gegen Russland wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine Sanktionen verhängt.

Dass Merkel nur einen Tag später nach Moskau reisen wird, begründete Seibert damit, dass der Bundeskanzlerin die gemeinsame Erinnerung an das Leiden beider Bevölkerungen im Zweiten Weltkrieg und die deutsche Verantwortung sehr wichtig sei. „Die Pflicht, der Toten zu gedenken, besteht unabhängig von dem, was uns zurzeit von Russland trennt.“ So habe sich Merkel 2014 auch dafür eingesetzt, dass Putin im Juni trotz der Annexion der Krim an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilnehmen habe können.

Dort entstand auch das sogenannte Normandie-Format, in dem Merkel, Putin, Frankreichs Präsident Francois Hollande und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in den vergangenen Monaten mehrfach über eine Beilegung des Konflikts in der Ostukraine beraten haben. Merkel war Anfang Februar zusammen mit Hollande erstmals seit Ausbruch der Ukraine-Russland-Krise im vergangenen Jahr wieder nach Moskau geflogen, um dort mit Putin die Minsker Friedensvereinbarung für die Ostukraine vorzubereiten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Weltkriegs-Gedenken in Moskau: Merkel fährt nicht zur Militärparade"

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  • IM Erika und IM Larve kommen nicht zu Warlord Putins Jubelfeier
    ---------------
    Warlord Putin brüstet sich mit der Annexion der Krim.
    Auch die Annexion von Donezk, Luhansk, Debalzewe und bald auch Mariupol feiert er als Sieg.
    Merkel kritisiert ihn dafür; aber wer ist schon Merkel?
    Ich - Putin der Große - bin der größte Zar aller Zeiten!

  • ..... wüsste auch nicht was da zu feiern wäre!?

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