Weltpremiere in Großbritannien
Großbritannien erlaubt Drei-Eltern-Babys

Das sogenannte Drei-Eltern-Baby beschreibt eine Methode, die die Vererbung schwerer Genkrankheiten vermeiden soll. Entgegen vor allem kirchlicher Bedenken, erlaubte Großbritannien das Verfahren als erstes Land der Welt.
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LondonAls einziges Land der Welt hat Großbritannien am Dienstag das sogenannte Drei-Eltern-Baby erlaubt. Bei der vom Parlament mit großer Mehrheit genehmigten Methode wird bei einer befruchteten Eizelle eines Elternpaares die mitochondriale Erbsubstanz der Frau durch die einer anderen weiblichen Eizelle ersetzt.

So soll erreicht werden, dass Gendefekte, die schwere Erbkrankheiten verursachen oder eine Geburt unmöglich machen können, nicht weitergegeben werden. Die Erlaubnis des Parlaments beschränkt sich auf Eltern, bei denen der Gendefekt nachgewiesen wurde – gegenwärtig wenige Dutzend Paare in Großbritannien.

Befürworter der Methode machten deutlich, die Mitochondrien als Kraftwerke in der menschlichen Erbsubstanz - außerhalb des Zellkerns gelegen - enthielten keine charakterbildenden Erbinformationen. Das Leiden vieler Familien könne gelindert werden.

Gegner, darunter die anglikanische Kirche von England, machten ethische Bedenken geltend. Ärzte seien so in der Lage, in die Natur einzugreifen und Designerbabys zu kreieren. Außerdem werde eine Schleuse geöffnet. Eine ähnliche Methode war in den USA bereits einmal legalisiert, 2002 aber wieder verboten worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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