Weltstrafgericht: Verfahren gegen „Terminator des Kongo“

Weltstrafgericht
Verfahren gegen „Terminator des Kongo“

Im blutigen Stammesstreit im Kongo mussten Kinder töten, Mädchen wurden vergewaltigt und Tausende getötet. Jetzt steht der „Terminator“, Ex-Rebellenchef Ntaganda, vor dem Weltstrafgericht in Den Haag.
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Den HaagDer Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat am Montag ein Vorverfahren gegen den ehemaligen kongolesischen Rebellenchef Bosco Ntaganda eröffnet. Die Anklage wirft dem 40-Jährigen mit dem Beinamen „Terminator“ unter anderem Mord, Vergewaltigung und den Einsatz von Kindersoldaten vor. „Bosco Ntaganda war ein berüchtigter Kommandant und verantwortlich für eine Kampagne von Gewalt und Terror“, sagte Chefanklägerin Fatou Bensouda am Montag.

Die Richter müssen nun entscheiden, ob ihre Beweise für ein Hauptverfahren ausreichen. Der in einem glänzenden blauen Anzug gekleidete Ntganda verfolgte die Anschuldigungen aufmerksam. Er musste sich nicht äußern, hatte aber bereits bei der ersten Vorführung im März 2013 seine Unschuld beteuert. Er hatte sich dem Gericht vor einem Jahr freiwillig gestellt.

Ntaganda war nach Darstellung der Anklage als Kommandant der Rebellengruppe „Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos“ für Angriffe auf Dörfer im Norden des Landes von 2002 bis 2003 verantwortlich. Dabei seien mindestens 800 Frauen, Männer und Kinder getötet worden. „Er war direkt an den Verbrechen beteiligt und erteilte dazu die Befehle“, heißt es in der Anklageschrift.

Die aus Ghana stammende Anklägerin Bensouda sagte, es gebe eindeutige Beweise für seine Schuld an Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Sie will ehemalige Kindersoldaten, Opfer von sexueller Gewalt und andere hochrangige Rebellen als Zeugen aufrufen. Kinder seien zum Töten gezwungen worden, sagte Bensouda. „Mädchen wurden systematisch vergewaltigt.“

Die Rebellen, die zum Volksstamm der Hema gehörten, kämpften gegen den Stamm der Lendu um die Vorherrschaft in dem rohstoffreichen Gebiet. Das Weltstrafgericht hatte 2012 im ersten Urteil seiner Geschichte den ehemaligen Rebellenführer Thomas Lubanga für eine ähnliche Anklage zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Blutiger Stammesstreit" liest sich wie "Negeraufstand ist in Kuba...". Na dann können wir uns ja wieder beruhigt zurücklehnen und unserer Tasse Kaffee zuwenden. Allerdings ist der Angeklagte kein Kongolese, sondern Ruander und dorthin war er auch geflüchtet, nachdem es ihm im Kongo zu heiss wurde. Krieg hat er immer da gemacht, wo Geld zu holen war. Zuletzt war er der starke Mann der M23, die den ganzen Kongo erobern wollte - Sie erinnern sich? Mit Unterstützung von Ruanda. Und wer steht hinter Ruanda? Weisse Stämme vom amerikanischen Kontinent? Wer profitiert von dem Ganzen? Und wer hält die "Stammeskriege" am Köcheln? Der Neger ist dabei nur wieder mal der Dumme...Und der Leser, der die Märchen glaubt...

  • Nun ja, der erste Schritt ist geschafft. Schleuser musste er schon mal nicht bezahlen. :-) So kommt man natürlich auch auf Kosten anderer ins gelobte Land. Als nächstes gibt es vielleicht ein Gerichtsverfahren was vielleicht aufgrund milderner Umstände auf ein paar Jahre ausgecht oder mangels Beweisen eingestellt wird. Danach stellt man Asyl und hat ein dauerhaftes Bleiberecht und kann sich in der sozialen Hängematte gemütlich machen.

    Klappt doch. Hehe.

    VG
    Marvel

    PS: Die 7 Hamburger Piraten, die hier vor Gericht gestellt wurden. Da glaubt doch auch niemand, dass die jemals wieder nach Somalia zurück gehen, oder? Allein wenn ich daran denke was da an Gerichtskosten von mehreren Millionen aufgewendet wurde. Ich hätte diese 7 Typen einfach in Somilia gelassen. Das wäre die höchste Strafe gewesen, die sie jemals bekommen hätten können.

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