Weltweite IISS-Studie USA führen bei Rüstungsausgaben mit großem Abstand

Trotz massiver Kürzungen im Rüstungsetat gibt kein Land der Welt mehr Geld für Waffen aus als die USA. Länder wie China oder Saudi-Arabien holen in der Rangliste allerdings stark auf.
3 Kommentare
Der Flugzeugträger „USS George Washington“: Im vergangenen Jahr gaben die Vereinigten Staaten rund 600 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus. Quelle: dpa

Der Flugzeugträger „USS George Washington“: Im vergangenen Jahr gaben die Vereinigten Staaten rund 600 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus.

(Foto: dpa)

LondonSchrumpfende Rüstungsetats wegen immenser Sparzwänge im Westen, große Rüstungsambitionen in asiatischen Ländern und dabei vor allem in China: Die militärische Weltkarte beginnt nach Auffassung der Experten des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS), sich in Richtung Asien zu verschieben. Auf absehbare Zeit blieben die USA jedoch der entscheidende militärische Faktor weltweit.

Im vergangenen Jahr gaben die Vereinigten Staaten rund 600 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus. China folgte mit 112 Milliarden Dollar mit deutlichem Abstand auf Rang zwei. „China wird Ende des Jahrzehnts vermutlich über drei Flugzeugträger verfügen“, sagte Christian Le Mière vom IISS. Die USA hätten aber schon jetzt elf atomgetriebene Flugzeugträger.

Der Sparzwang des Westens – jährlich gingen die Ausgaben für Rüstung seit 2010 um 2,5 Prozent nach unten – macht sich in der weltweiten Rangfolge deutlich. Großbritannien rangiert nur noch auf Platz fünf und wurde 2013 von Saudi-Arabien überholt. Deutschland liegt mit 44,2 Milliarden Dollar auf Platz acht vor Indien (36,3 Milliarden Dollar).

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
1 von 14

Platz 10: L-3 Communications

Das Unternehmen mit Sitz in New York ist bekannt als Hersteller der Körperscanner an Flughäfen (im Bild der damalige Innen- und heutige Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Hamburg 2010). Laut Sipri erwirtschaftet L-3 Communications aber 82 Prozent seines Umsatzes mit militärischem Gerät. Produziert werden vor allem Kommunikations- und Navigationssysteme. Insgesamt kommt das Unternehmen in der Militärsparte auf einen Umsatz von 12,5 Milliarden Dollar.

Erlöse aus Waffenverkauf 2012:

10,84 Milliarden Dollar

Erlöse aus Waffenverkauf 2011:

12,52 Milliarden Dollar

Gesamterlös:

13,15 Milliarden Dollar

Anteil der Waffenverkäufe am Gesamtgeschäft:

82 Prozent

Gesamtgewinn 2012:

0,78 Milliarden Dollar

Mitarbeiter weltweit:

51.000

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
2 von 14

Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
3 von 14

US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
4 von 14

Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
5 von 14

Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 6: General Dynamics (USA)
6 von 14

Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 4: Raytheon (USA)
7 von 14

Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Der Westen habe noch 2010 für zwei Drittel der weltweiten Rüstungsausgaben gestanden, sagte der Generaldirektor des Instituts, John Chipman. 2013 seien es nur noch knapp über 50 Prozent. Er sprach etwa von einem „dramatischen Verlust an Militärflugzeugen“. Weltweit sei ein Trend zum Ankauf von Drohnen sowie unbemannten Land- und Wasserfahrzeugen zu beobachten.

Das Internationale Institut für Strategische Studien stellt jedes Jahr seinen vielbeachteten Bericht zum militärischen Gleichgewicht vor. Er untersucht 171 Länder.

Im Syrien-Konflikt sieht Chipman derzeit kaum Bewegung. „Der Friedensprozess in Genf hat bisher keine greifbaren Ergebnisse gebracht“, sagte er. Keine der beiden Konfliktparteien sei derzeit in der Lage, militärisch entscheidende Vorteile zu erzielen. Hinter dem Bürgerkrieg in Syrien dürften aber regional aufkeimende Konflikte wie etwa in Libyen oder dem Irak nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Weltweite IISS-Studie - USA führen bei Rüstungsausgaben mit großem Abstand

3 Kommentare zu "Weltweite IISS-Studie: USA führen bei Rüstungsausgaben mit großem Abstand"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sorry, hab mich da etwas verschrieben im ersten Satz!

  • Wer braucht wohl solch ein riesiges Militär? Doch sicher keiner der das Ziel hat andere zu unterdrücken und zu beherrschen !

    Wer Frieden will, braucht kein Militär um anderen mit Krieg zu drohen.

    Wie lange wird es noch dauern, bis die Leute das endlich kapieren???

  • Wer Wind sät,
    wird Sturm ernten.

    Früher war es das Land der unbegrenzten Möglichkeiten,
    heute ist es das Land der unbegrenzten Kriege.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%