Weltweite Patrouillenflüge
USA spotten über Putins Bomber

Das Säbelrasseln geht weiter: Russlands Präsident Putin lässt seine Bomber nun wieder regelmäßig weit jenseits der eigenen Grenzen fliegen. Zuvor hatte er bereits ein großes Rüstungsprogramm angekündigt. Die USA reagierten mit Spott.

HB MOSKAU. Russland hat die Wiederaufnahme von weiträumigen Langstrecken-Patrouillenflügen mit strategischen Bombern angekündigt. Er habe der Luftwaffe eine entsprechende Anordnung erteilt, erklärte Präsident Wladimir Putin am Freitag im russischen Fernsehen.

Zur Begründung verwies er darauf, dass westliche Regierungen auch nach dem Ende der Sowjetunion an dieser Praxis festgehalten hätten, Moskau dagegen nicht. Dies habe die Sicherheit Russlands erheblich beeinträchtigt.

Putin äußerte sich während des ersten gemeinsamen Manövers russischer und chinesischer Truppen auf russischem Territorium. An dieser Übung bei Tscheljabinsk im Ural-Gebirge nahmen dem Präsidenten zufolge auch 20 russische Bomber teil. „Unsere Piloten haben viel zu lange am Boden verweilt. Sie freuen sich darauf, ein neues Leben zu beginnen“, wurde Putin in Agenturmeldungen zitiert.

Zu Zeiten der Sowjetunion schickte die russische Regierung häufig strategische Bomber auf Testflüge in abgelegene Gebiete, von wo aus es möglich war, nukleare Langstreckenraketen in die Vereinigten Staaten abzuschießen. Dazu zählten vor allem auch Regionen über dem Atlantik, dem Pazifik und dem Arktischen Meer. 1992 kündigte die Russische Föderation als Nachfolgestaat der UdSSR diese Praxis einseitig auf. Andere Länder hätten daraus jedoch keine Konsequenzen gezogen, sagte Putin, was Beobachter als eindeutigen Seitenhieb auf die USA werteten.

„Flugzeuge aus der Mottenkiste“

Das US-Außenministerium erklärte, die Vereinigten Staaten seien über die Ankündigung Putins nicht sonderlich besorgt, weil sich die Zeiten seit dem Ende der Sowjetunion geändert hätten. „Wenn Russland meint, es muss diese alten Flugzeuge aus der Mottenkiste herausholen und wieder zum Einsatz bringen, dann ist das seine Entscheidung“, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack. Russland hat schon vor einigen Jahren strategische Flüge in der Polarregion wieder aufgenommen. Sie waren bislang jedoch äußerst selten.

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