Weltweiter Waffenhandel: Europa spart, Asien rüstet auf

Weltweiter Waffenhandel
Europa spart, Asien rüstet auf

Die aufstrebenden asiatischen Schwellenländer rüsten kräftig auf. Davon profitiert vor allem China. Die Volksrepublik verkauft deutlich mehr Waffen und gehört erstmals zu den fünf größten Rüstungsexporteuren der Welt.
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DüsseldorfPakistan rüstet seine Armee massiv auf: Das Land kauft im großen Stil neue Kampfflugzeuge, U-Boote und Panzer. Geliefert werden die Waffen zum größten Teil von China. Dank der Nachfrage aus Pakistan und anderen asiatischen Nachbarländer gehört China erstmals zu den fünf größten Waffenexporteuren der Welt. Das zeigen neue Daten zum internationalen Waffenhandel des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri.

Das Institut hat seinen jährlichen Bericht zum Rüstungsexport herausgegeben, in dem es aufschlüsselt, welche Länder wie viele Waffen kaufen und verkaufen. Obwohl 2012 der Handel mit Waffensystemen weltweit zurückging, ist er in den vergangenen fünf Jahren um 17 Prozent gestiegen. Sipri nutzt solche Fünf-Jahres-Statistiken, da der Umfang von Waffenlieferungen innerhalb eines Jahres zu stark schwankt. Die Daten des Berichts zeigen: Der Waffenmarkt verlagert sich zunehmend in den asiatischen und ozeanischen Raum.

Während China sowohl als Exporteur und Importeur eine wichtige Rolle spielt und Länder wie Indien und Südkorea weiter aufrüsten, geht in Europa die Nachfrage nach Waffen massiv zurück. Europäische Krisenstaaten stornieren Bestellungen für Kampfflugzeuge, weil sie sparen müssen. Als Lieferanten spielen zwar Frankreich und Deutschland noch eine Rolle, doch ihre Bedeutung geht zurück. Außerdem zeigt der Forschungsbericht, dass auch in Afrika die Nachfrage nach Waffen steigt und im Nahen Osten vor allem Saudi-Arabien immer mehr Kriegsgerät bestellt.

Erstmals seit 20 Jahren hat es Bewegung an der Spitze der fünf größten Waffenexporteure gegeben. China verdrängte Großbritannien von Platz fünf. Zwischen 2008 und 2012 stiegen die chinesische Rüstungsexport um 162 Prozent. In diesem Zeitraum kamen fünf Prozent der weltweiten Waffenexporte aus China – zwischen 2003 und 2007 waren es nur zwei Prozent gewesen. Wichtigster Abnehmer chinesischer Waffen ist Pakistan.

Von der Nachfrage aus Pakistan sei Chinas Aufstieg maßgeblich befeuert worden, sagte Paul Holtom, Direktor des Waffenhandels-Forschungsteams bei Sipri. „Eine Reihe kürzlich abgeschlossener Deals deutet darauf hin, dass China sich als bedeutender Waffenlieferant für immer mehr Staaten etablieren wird”, so der Forscher. Allein aus Pakistan sind noch Bestellungen für Kampfflugzeuge, Fregatten und Unterseeboote offen. 

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  • Ich könnt mir vorstellen, das man eine Antenne für die U-Boot Detektion entwickelt. Rein passives System, wird aktiviert allein durch den Wellendruck des U-Boots. U-Boot merkt davon gar nix. Könnte aber manchmal Fehlalarme durch Wale geben.

    Passive U-Mikrofontechnik ist dagegen Schnee von gestern, weil wer benutzt noch ein nicht-naturidentisches Echolot oder einen lauten Antrieb?

    Das Problem dabei ist die Komplexität, die die Entwicklungskosten immer weiter in die Höhe treibt! Und die Finanzierung kommt woher? Eben! Das ist insgesamt betrachtet ein ziemlich mies ausgedachtes Unternehmensprinzip diese Rüstungsindustrie.

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