Weltwirtschaft
G8-Finanzminister glauben ans Wachstum

Die Weltwirtschaft läuft nach Ansicht der Finanzminister der G8-Industriestaaten gut; die Minister erwarten ein weiteres stabiles Wachstum.

HB MOSKAU. Bei ihrem ersten Treffen unter russischer Führung haben die Finanzminister ihre Zuversicht geäußert; es müsse aber weiterhin daran gearbeitet werden, das Wohlstandsgefälle abzubauen und die Voraussetzungen für eine Fortdauer des Wachstums zu schaffen, betonten die Minister in Moskau in einer gemeinsamen Erklärung. Der russische Präsident Wladimir Putin bekräftigte den Anspruch seines Landes, ein gleichberechtigtes Mitglied in allen G8-Gremien zu sein.

Die Finanzminister begrüßten die Entscheidung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur vollständigen Entschuldung der weltweit ärmsten Länder. Insgesamt gehe es um eine Summe von 2,75 Milliarden Euro. Russland kündigte an, seinen Schuldnern umgerechnet 570 Millionen Euro zu erlassen. „Damit stärkt Russland seine Position als eine führende Nation in der Welt“, betonte der Weltbankpräsident Paul Wolfowitz in der russischen Hauptstadt. Nach Angaben der russischen Regierung herrschte nicht bei allen Themen Einstimmigkeit. „Bei einigen Fragen gab es wilde Diskussionen“, betonte Finanzminister Alexej Kudrin. Für Deutschland nahm Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) an den Gesprächen teil.

Beim Empfang im Kreml unterstrich Putin die gewichtige Rolle Russlands als Energielieferant für die Weltwirtschaft. Russland wolle „auf die Vorhersehbarkeit des internationalen Energiemarktes hinarbeiten“, betonte der Kremlchef. Russland führt erstmals den Vorsitz in der G8 und hat sich Energiesicherheit, Bildung und den weltweiten Kampf gegen Infektionskrankheiten als Hauptthemen gewählt. Einflussreiche US-Politiker wie der Senator John McCain hatten im Vorfeld gefordert, wegen erheblicher Demokratiedefizite und wegen einer „feindseligen Außenpolitik Russlands“ den G8-Gipfel im Juli in St. Petersburg zu boykottieren.

Die Finanzminister betonten, die positive wirtschaftliche Entwicklung sowie eine verbesserte Haushaltspolitik erlaube es dem Land, zu den Partnern in der G8 aufzuschließen. Wie in den vergangenen drei Jahren berieten die G8- Finanzminister auch mit ihren Kollegen aus China, Indien, Südafrika und Brasilien über die wirtschaftliche Entwicklung. Mit Sorgen blickten die G8-Finanzminister auf das Ausbreiten der Vogelgrippe. Internationale Finanzorganisationen müssten den ärmsten betroffenen Ländern im Kampf gegen den Erreger helfen, forderten die Minister in ihrer Erklärung. Es bestehe die Gefahr, dass sich aus der Vogelgrippe eine weltweite Krankheitswelle unter Menschen (Pandemie) entwickele.

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