Weltwirtschaftsforum Davos
Ein Funken Hoffnung

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist ein zaghafter Optimismus spürbar. Doch es fehlt nicht an mahnenden Stimmen: Der Reformkurs müsse entschlossen fortgesetzt werden – von den USA über Europa bis nach Japan.
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Davos/ParisFührende Finanz- und Wirtschaftsexperten haben zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos dazu aufgerufen, im Kampf gegen die Schuldenkrise nicht nachzulassen. Es gebe viele Signale der Hoffnung, jedoch sei die Erholung der letzten Monate insgesamt noch zu zart und fragil, erklärte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, am Samstag bei einer abschließenden Podiumsdiskussion über die globalen wirtschaftlichen Aussichten für 2013. Deshalb dürfe keine Regierung - von den USA über Europa bis nach Japan – bei den Bemühungen um Haushaltskonsolidierung Verschnaufpausen einlegen.

2012 geschaffene Instrumente wie der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) müssten voll funktionsfähig gemacht und entschlossen eingesetzt werden, mahnte Lagarde. Sie schließe sich der in Davos erhobenen Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.

Der Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Ángel Gurría, warnte, es stünden mittlerweile keine zusätzlichen Instrumente zur Krisenbewältigung mehr zur Verfügung. Strukturelle Reformen müssten konsequent weitergeführt werden, wenn ein Rückfall in die Krise verhindert werden soll.

Europäische Politiker hatten zuvor harte Sparprogramme verteidigt, obwohl in einigen Ländern weite Teile der Bevölkerung und insbesondere junge Menschen darunter leiden. Der Teufelskreis der Verschuldung könne nur durch ausgeglichene Budgets durchbrochen werden, sagte Italiens Finanzminister Vittorio Grilli am Freitagabend bei einem Podiumsgespräch. Spaniens Wirtschaftsministers Luís De Guindos erklärte, der politische Wille für den Erhalt der Gemeinschaftswährung sei weiterhin sehr groß.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief dazu auf, in den Bemühungen um die Beendigung der Schuldenkrise nicht nachzulassen. „Wir können diese Krise nur lösen, wenn wir auf dem Pfad der nachhaltigen Reformen bleiben“, sagte er. Zugleich zollte er Euro-Krisenländern wie Griechenland, Spanien, Portugal und Irland für deren Reformen Respekt.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, würdigte in Davos Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und strukturellen Reformen, die erste Früchte tragen würden. Fortschritte in der Eurozone seien jedoch längst nicht robust genug, um die Krisenpolitik der Regierungen und der Notenbank beenden zu können.

Zum 43. Weltwirtschaftsforum waren mehr als 2.500 führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur nach Davos gereist. Fast 50 Staats- und Regierungschefs beteiligten sich an Podiumsdiskussionen.

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  • Wie soll sie es denn auch begreifen? ich denke an ihre Aussage: Die Menschen in Griechenland leiden... und das ist ärgerlich. Oder auch: Die Energiewende muss uns ein paar Cent mehr wert sein...

    Die "Dame" lebt ja nicht in der Normalwelt. Wenn sie es schafft ein halbes Jahr von Niedriglohn, mit allem was dazu gehört, zu überleben, dann kann ich sie ernst nehmen.

  • Handyfilialen in Balkan-Schleuserhand zwecks Geldwäsche und Abschiebeschutz bei H(artz)IV ...

    http://dynip.name/vodafone/
    http://dynip.name/vodaanon/

    oder meinen Sie wirklich ein Weltkonzern wie mannesmann arcors/vodafone kann keine richtigen Serienbriefe schreiben?

    http://dynip.name/vodafone.zip

    http://dynip.name/20130126-vodafone--32-c-3184-12-22.jpg

  • Angela Merkel, die Königin von Europa, hält Hof in Davos: Unsere geliebte Kanzler-„Mutti“ ist mit sechs Ministern/innen nach Davos gereist: Westerwelle (FDP), Schäuble (CDU),Rösler (FDP), von der Leyen (CDU), Bahr (FDP) und Niebel (FDP) folgen ihrer „Chefin“ im Schlepptau. Davos ist selbst für einen Bundesminister ein "Highlight" und eine Geschäftsreise wert, eine Erholung vom tristen Polit-Alltag in Berlin. Vielleicht ist es dieses Jahr ja für lange Zeit die letzte Gelegenheit für einen WEF-Besuch. Also nehmen so viel wie möglich diese Lust-Reise noch einmal mit! Die deutsche Delegation(etwa 80 Personen) verbreitet deutschen Charme und hat etwas von einem „Betriebsausflug“ der Regierung ins „Heidi-Land“. Außer Merkel, Schäuble und Rösler haben sie zu wirtschaftlichen Themen nicht viel zu sagen. Was "FDP-Absteiger" Dirk Niebel in Davos sucht, ist ein Rätsel. Gleichwohl freuen sich aber bestimmt alle, die gesunde Luft in Davos schnuppern und sich im Licht des internationalen Big Business sonnen zu dürfen. Nur bei "Königin" Angela ist dies inzwischen umgekehrt. Bei etwas mehr Jugendlichkeit, erinnerte ihre zunehmend positive Ausstrahlung an Kaiserin Sissi! Die Schweizer sind nicht gut auf die Deutschen zu sprechen. Alles andere wäre gelogen. Man hätte den Deutschen am liebsten die Einreise verweigert. Der „Steinbrück-Stachel“ sitzt sehr tief! Steinbrück verkörpert nun mal so wie kein anderer deutscher Politiker der „Neuzeit“ das typische Bild des hässlichen Deutschen, nicht nur für die Schweizer sondern in ganz Europa. Davos ist in den WEF-Tagen eine einzige Sicherheitszone, besser bewacht als „Fort Knox“ oder das „Weiße Haus“. Die sog. Welt-Elite aus Wirtschaft und Politik lässt sich schützen vor denjenigen, die sie vertreten. Ist das Eitelkeit, Hybris oder gar Angst vor „ihrem“ niederen Volk? In unseren Gesellschaften muss etwas Gravierendes schief laufen, auf der Seite der abgehobenen Eliten ebenso wie auf der Seite des einfachen Volkes! gewe.

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