„Die Herangehensweise ist wie bei anderen Unternehmern, nur wird hier anstatt einer Nische ein Bedarf identifiziert und der erzielte Gewinn wird mit gesellschaftlich relevanten Indikatoren wie weniger Kriminalität gemessen“, sagt Griesbeck.
Das Sozialunternehmertum führte in Deutschland trotz internationaler Helden wie Yunus und Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Stiftung sowie des Engagements von Hilde Schwab vom Weltwirtschaftsforum und ihrer Foundation sowie Fürsprechern wie Kanzlerin Angela Merkel lange ein Schattendasein. Erst durch Kooperationen und Partnerschaften gewann die Denkrichtung an Einfluss.
So engagiert sich etwa seit Jahren auch Ann-Kristin Achleitner, Professorin für Unternehmensfinanzierung an der TU München für die Sozialunternehmer. Sie prüft Businesspläne und hilft bei Finanzierungsfragen. Ihr erster Tag in Davos etwa gehört Griesbeck und den anderen anwesenden 30 Sozialunternehmern. „Sie hat echte Pionierarbeit geleistet“, sagt Mirjam Schöning vom der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship.
Zu den guten Unternehmern von Davos zählt auch Norbert Kunz, 53. Der frühere Berufsschullehrer machte sich 1994 selbstständig. Er berät seitdem Existenzgründer. Seine IQ Consult beschäftigt heute 35 Mitarbeiter und macht mehrere Millionen Euro Umsatz. Seine Auftraggeber sind anders als bei Griesbeck überwiegend öffentliche Institutionen.
Das spricht seines Erachtens jedoch nicht gegen sein Geschäft - ganz im Gegenteil. „Versuchen Sie mal einen Auftrag einer Stadt zu bekommen... Das ist ein erheblich höherer Aufwand als bei einem Unternehmen. Und wenn Sie diesen haben, müssen Sie für jede Ausgabe, die sie tätigen wie für Reisen den Projektbezug nachweisen.“