Weltwirtschaftsforum: HSBC-Chef für Krisengipfel der Top-Manager

Weltwirtschaftsforum
HSBC-Chef für Krisengipfel der Top-Manager

Stephen Green, Chef der Finanzgruppe HSBC, hat regelmäßige Gipfeltreffen der internationalen Topmanager und Unternehmer vorgeschlagen – analog zu den Treffen der G-20-Staaten. Vorbild für die B-20-Runde sei der Business Council in Großbritannien. Die Runde solle nach Wegen suchen, die die Wirtschaft aus der Krise führen könnten.

DAVOS. Über die eigene Bank konnte und wollte Stephen Green, Vorstandschef der Finanzgruppe HSBC, am frühen Morgen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nicht reden, weil er sich angesichts nahender Quartalszahlen in der "quiet period" befindet. Also sprach er - wie alle - über Thema eins, die Weltwirtschaftskrise, und machte einen intreressanten Vorschlag: Analog zu den Treffen der G 20 Staaten, der Erweiterung der G 8 um die wichtigsten Schwellenländer, regte er eine "B 20"-Runde an, die Top-Manager und Unternehmer, private wie staatliche, aus den G 20-Ländern zusammenführen soll, um Wege aus der Krise zu besprechen.

Green sagte, die Krise beweise jeden Tag, dass globale Antworten auf die weltweiten Ungleichgewichte gefunden werden müssen. G 2 (USA und Europa) oder G 8, die traditionelle Runde der führenden Induistriestaaten, hätten sich überlebt. Das G 20-Treffen Anfang April in London sei daher von großer Bedeutung. Green: "Ich empfinde das diesjährige Davos-Treffen inspirierender als frühere. Man hört sich mehr zu, redet mehr miteinander."

Wenn es nach Green geht, soll "B 20" keine Lobbygruppe sein, und es gehe auch bei weitem nicht nur um die Banken und die Lösung der Finanzkrise. Es sei höchste Zeit, dass die bisher auf die Nationalstaaten und die einzelnen Unternehmen und Banken ausgerichteten Rettungs- und Sanierungsprogramme international abgestimmt würden, um einen möglichst raschen und nachhaltigen Aufschwung der Weltwirtschaft zu erreichen. Ziel sei es etwa, die bereits vielfach spürbare Kreditklemme, die die Rezession verstärke, zu beenden.

Zum Stand der Krise sagte er, es gebe Hinweise, dass das Schlimmste in einigen Bereichen bereits vorüber sei. In China beispielsweise sei im letzten Quartal der Privatkonsum um 20 Prozent gewachsen. Das Konjunkturpaket in China enspreche vier Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Dies werde seinen Effekt nicht verfehlen, auch in anderen Schwellenländern nicht. Green vorsichtig optimistisch: "Die Stimmung scheint sich insgesamt etwas verbessert zu haben."

Hermann-Josef Knipper
Hermann-Josef Knipper
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