Weltwirtschaftsforum
Wie Frankfurt Davos die Schau stiehlt

In den Schweizer Alpen gibt es nur ein Thema: Die mit Höchstspannung erwartete Entscheidung der EZB über ihr Anleihekaufprogramm. Doch obwohl Mario Draghi noch gar nicht gehandelt hat, wachsen in Davos die Zweifel.
  • 3

DavosNormalerweise schlägt das Herz der Wirtschaftswelt Ende Januar in Davos. Doch in diesem Jahr stiehlt Frankfurt zumindest an diesem Donnerstag dem Weltwirtschaftsforum die Schau. In den Schweizer Alpen gibt es nur ein Thema: die mit Höchstspannung erwartete Entscheidung der Europäischen Zentralbank über ihr Anleihekaufprogramm. Aber obwohl die EZB noch gar nicht gehandelt hat, wachsen in Davos bereits die Zweifel an der Wirksamkeit des sogenannten Quantitative Easing (QE). „Das Risiko einer Stagnation ist gestiegen, deshalb muss die EZB entschieden handeln“, sagt Zhu Min, Vizechef des Internationalen Währungsfonds. Aber er glaubt auch, dass die Währungsunion sehr viel dringender als noch mehr billiges Geld mehr Investitionen in „Infrastruktur, Wissen und Forschung“ braucht.

Aber Europas Banken vergeben immer weniger Kredite und daran wird nach Meinung der Skeptiker auch das umstrittene Anleihekaufprogramm der EZB nichts ändern. Grund: Nach Meinung vieler Finanzprofis funktioniert der Transmissionsmechanismus zwischen Notenbank, Banken und Realwirtschaft nicht mehr. Das heißt, eine Ausweitung der Geldmenge sorgt nicht mehr für eine höhere Kreditvergabe der Banken. „QE ist in etwa so wirksam, als wenn man versuchen würde, einen Faden in eine bestimmte Richtung zu schieben“, meint Anne Richards, Chief Investment Officer bei Aberdeen Asset Management. „Einige Banken sind in der Lage, mehr Geld zu verleihen, aber es gibt auch Länder, in denen die Institute dazu nicht bereit sind“, meint Ana Botin, Chefin des spanischen Bankriesen Santander.

Daran ist nach Meinung von Gary Cohn, Chief Operating Officer von Goldman Sachs nicht nur die Angst vor höheren Kreditausfällen in den Krisenländern der Eurozone verantwortlich. Cohn sieht einen Teil der Schuld auch bei den Regulatoren, die den Banken immer höhere Sicherheitspuffer vorschreiben: „Kapital, dass die Banken früher weitergereicht haben, behalten sie nun zurück, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.“

Deshalb braucht Europa nach Meinung von Timothy Adams, Chef der Großbankenlobby IIF, dringend einen neuen Transmissionsmechanismus: „Das kann eigentlich nur ein deutlich flexiblerer Kapitalmarkt leisten“, ist sich Adams sicher.

Kommentare zu " Weltwirtschaftsforum: Wie Frankfurt Davos die Schau stiehlt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wie Frankfurt Davos die Schau stiehlt

    ----------------------------------------------------

    In DAVOS werden Lösungen für Probleme gesucht...

    In FRANKFURT werden NEUE PROBLEME GEMACHT !!!!!







  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • >> Die mit Höchstspannung erwartete Entscheidung der EZB über ihr Anleihekaufprogramm. >>

    Und das bedeutet

    MEHR SCHULDEN,

    MEHR SPIELGELD für SPEKULANTEN,

    ABWERTUNG DES €,

    KAUFKRAFTVERLUST,

    SCHULDENVERGEMEINSCHAFTUNG !

    #EZB zeigt die Grenzen der EUtopia auf......

    Es war, ist und bleibt ein utopisches Experiment, das wir mit unseren Steuergeldern auf Kosten unserer Infrastruktur ( Strassen, Schulen, Gemeinwesen generell ) bezahlen !

    Stoppt die EZB !

    Stoppt die EU !

    Weg mit den Politschmarotzern !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%