Weniger Exporte
Ecuador: Rosen und Kakao fallen Krise zum Opfer

Durch die Finanzkrise gerät die Wirtschaft Ecuadors aus den Fugen. Weltweit werden weniger Bananen und Blumen verkauft, der Ölpreis fällt ebenfalls. Die geringen Exporteinnahmen belasten die Staatskasse. Um seine vollmundigen Versprechungen einhalten zu können, verhandelt Präsident Rafael Correa nun über neue Verträge mit amerikanischen Ölkonzernen.

QUITO. Quitos Tourismusmanager präsentieren ihre Stadt gern als die Schönheit Südamerikas: Die Kapitale Ecuadors glänze mit der am besten erhaltenen Altstadt des gesamten Kontinents: "Kirchen, Paläste, Residenzen und Plätze vereinigen sich zu einem einzigartigen Ensemble in 2 800 Meter Höhe", so die Werbung. Doch immer weniger Touristen wollen das Freilichtmuseum in den Anden entdecken.

"Schon jetzt melden unsere Hotels einen Rückgang der Buchungen für 2009 um mehr als ein Fünftel", sagt Maria de Lourdes Robalino vom Tourismusverband Quitos. Vor allem die zahlungskräftigen Reisenden aus den USA bleiben zu Hause. Die Manager fürchten auch einen Einbruch in den anderen Traumdestinationen Ecuadors wie den Galapagosinseln. Der Grund: Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zwingt die Menschen in reichen Ländern zum Sparen - teure Trips kommen da schnell auf die Streichliste.

Doch die Krise trifft nicht nur den Fremdenverkehr Ecuadors. Der Abschwung zieht die gesamte Volkswirtschaft nach unten: mehr als ein Drittel der 14 Millionen Ecuadorianer leben bereits unter der Armutsgrenze. Ecuador wird so zum Beispiel eines der vielen Entwicklungsländer, die den Kräften der Globalisierung ausgeliefert sind. "Ja, wir können den Auswirkungen der Krise nicht entfliehen, wir sind nicht immun", klagt der Vizeaußenminister für Handel, Eduardo Egas Pena.

Besonders schmerzhaft spürt das Land den drastisch gefallenen Erdölpreis. Ecuador erzielt einen Großteil seiner Exporterlöse von insgesamt rund 14 Milliarden Dollar mit der Ausfuhr des schwarzen Rohstoffes.

Und die Erdölausfuhren spülen dem Staat kräftige Fiskaleinnahmen in die Kasse: Das Abtauchen des Erdölpreises reduziert jetzt aber die Staatseinnahmen massiv. "Öffentliche Ausgabenprogramme sind gefährdet", betont ein Mitarbeiter der Regierung.

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